Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1905)
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 109 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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109 Häuptling ist jedoch die nüchterne, unwiderlegliche Tatsache entgegenznhalten. daß das Schächtemt in der Reget nur Lehrern und I y n ag 0 g e n d i e n e r n iitertragcu tvird. , sette Aurronce, durch rvelche der Rabbiner der orthodoxen westfälischen Gemeinden Ende März d. I. einen erfahrenen Sch och et suchte, der zugleich das Amt eines S v n a g 0 g e n d i e n e r s versehen sollte, stand in den jüdischen Blättern friedlich neben den Annoncen, in welchen ein Lehrer und Sch och et verlangt wurde. Und solche Ausschreibungen gehören nicht zu den Seltenheiten. Sie schädiget das Ansehen unserer Lehrer in der Öffentlichkeit aufs schwerste, denn sie st e l l e n den jüdischen Lehrer sozial n e b e n d e n S y n a g 0 g e n d i e n e r und tv ü r d i g e n ihn in d e n A ugcii der Andersgläubige n Hera b. Das ist Pas Bedeutsame an diesen Borgängen.' sie kennzeichnen die Wertschätzung, welche die Verfechter der Bezirksrabbinate der sozialen Stellung des jüdischen Lehrers vielfach entgegen iringen. In christlichen Kreisen ist man bestrebt, die Bolksschullebrcr geistig und sozial zu heben, und die besten Männer der Ration fordern diese Bestrebungen mit der ganzen Macht ihres moralischen Einflusses: wir Inden aber sehen schweigenden, wie Leute, die zu den berufenen geistigen Führern unserer Gemeinschaft gehören sollten, Lehre- und G e m e i n d e d i e n e r auf eine Stufe stelle n. Ein Sturm der Entrüstt ng nlüßte gegen ein solches Gebühren nicht nur in delt Kreisen der Lehrer, sondern bei allen freigesinnten Juden sich erheben. Das; das nicht geschieht,-ist ein trauriges Zeichen t>er Interesselosigkeit, mit welcher „liberale" Juden dem Judentum gegenüberstehen. Zum Schlüsse möchte ich noch ans eins Hinweisen, das nachhaltiger und wirksamer els alle Bezirksrabbinate den jüdischen Religionsunterricht zu heben vermag: d a s ist di e b e s s e r e B e s 0 l d u n g der j ii disch e n L e h r er i n d e n klein e n, l e i st u ti g s u n f ä h i g e n Gemeinden. Solange inan in den Zeitungen Ausschreibungen liest, die als Gehalt für den Lehrer einen Betrag vorsehen, der das Gehalt eine s a ch t w ä ch t e r s nicht ü b e r st e i g t, solange werden sich m i n d e r - tv e r t i g e Elemente in den Lehrerstand hineiudrängen, die ohne genügende Borbildung als „Rcligionslehrer" fungieren und dem ganzen Stande zur Unehre gereichen. Mit solch' m i n d e r w e r t i g e m M a t e r i a l k ö n n e n selbst die trefflich st e n B e z i r k s r a b b i n e r nichts a u s richten '. Drum schaffet erst besser dotierte Lehrerstellen, ehe ihr Bezirksrabbinate bildet! Berwendet die Mittel, die ihr im Interesse der Bezirksrabbinate opfern wolltet, für die Ausbesserung der dürftigsten Lehrergehälter, und ihr gabt wenigstens einen Anfang gemacht, um einem unbestrittenen Rotstande zu steuern! ch resümiere also: mögen diejenigen Gemeinden, welche eine Überwachung ihrer religiöses Institutionen wünschen, die ihnen geeignet erscheinenden Rabbiner mit dieser betrauen, die Schaffung wou Bestrtsrabbinaten wird nicht dadurch bedingt, e vor bin ich der Meinung: im Interesse der Synagoge und der ', i m I n t e r e s s e d e r a b b t u e r u u d der Lehrer ist die B i l d u n g e; i r k s r a b v i n a t e n a u s i d e e t l e n und materiellen Gr ü n d e n p i e l t a b z u l e h u e 11. Aufgabe Rach w Schul v 0 n B P r i n z