Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1905)
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 102 (sequence 6)
- Language
- German
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beit feit e n e n besuch des G a st e s — tittb als etuuvo aitbcve^ unvb bei’ Bezirk'? rabbincr in feinen kleinen Okmciubeu nicht betrachtet — niemals zu erlangen. Biel lvichkiger als bie Schaffung von Bezirksrabbinaten erscheint mir fiir bic Seelsorge in beit kleinen, rabbinerlosen Gemeinbett bie Hera tt bi l düng ei neetüchtigen Lehr erst a n b e s. (Hebt bi e s e n G e nt e i n b e n t ii ch tige L e h r e r, und ihr gebt i h n e n i h r e b e st e n, n a t ü r l i ch e n Seelsorger! Bietet i h n e n b tt r ch tatkräftige, materielle H i l s e bie s))l öglichkeit, g e i st i g höchst e h e n b e E r z i e her a n z n st eilen, it it b i h r gebt i h n e n z agleich i 1) r e natürliche n Berater, die in fy r e it b n nb Leib i h n e n t r e u z lir Seit e ft e i) e n. Was beut Bezirksrabbiuer - nicht gelittgen kann, iveil er den Gemeinden seines Distriktes ein fremder bleibt, das mnst dem charaktervollen, gründlich vorberetteten Lehrer gelingen, der durch jahrelange treue Arbeit in seiner Gemeinde eine ganze Generation heranbildet und sich in ihr Bertrauen hineinivirkt. Anders freilich steht es mit der Jy e st i e 13 n n g d e r c b e korb n n n g f i\ r den G 0 ttesbie n st n n b b e r Ü b e r w a ch u n g der r e l i g i 0 s e n I u st i t n t i 0 n e n. Das sind Verrichtungen, bie ausschließlich dem Rabbiner zustehen und keine engere p e r s ü n - 1 i ch e Beziehung zwischen ihm und den einzelnen G e m e i n b e m itgliebe v n zur Voraus setzung haben, Ich erachte es für selbstverständlich, baß auch rabbinerlosen Gemeinden bie Möglichkeit gegeben wirb, bie Einrichtungen ihres Kultus sowie ihre religiösen Institutionen überhaupt den maßgebenden Anordnungen eines Rabbiners zn unterstellen. Aber ich bestreite, daß die Bilbuug . von Bezirksrabbinaten, bie r e i n g e 0 gra p b i s ch a b"- g e t e i t t 3v e r b e n, bas richtige Mittel ist, um diesen Zweck zu erreichen. Denn die religiöse Richtung einer Gemeinde, ihre konservative ober liberale Weltanschauung hat mit der geographischen Abgrenzung nichts zu tun. Es ist sehr leicht möglich, daß sogenannte gesetzestreue und sogenannte sreisiunige (Gemeinden unmittelbar itebetteittander bestehen. Denn religiöse Überzeugungen lassen sich nicht durch Grenzpsähle bestimmen. Trifft bas aber zu, bann bars bie Überwachung religiöser Einrichtungen niemals durch Bezirksrabbiner erfolgen. Es erscheint nicht angängig, einen Rabbiner mit kottservativett 0 b e r liberalen Anschauungen über einen Bezirk zu setzen, in welchem konservative tut b liberale Gemeinden nebeneinander bestehen: ja es muß angesichts des schrofsett Gegensatzes zwischen den beiden Richtungett innerhalb des Judentums geradezu als ein unerhörter Gewissenszwang-' bezeichnet werden, io e n n m au orthodoxen oder s r e i s i n n i g e tt G e 11t e i tt b e n z 11 m u t e it will, s i ch d e n A n 0 r d n u n g e n e i tt e s )R a ö b i n e r s, d e s s e n r e l i g i ö s e Ü b e r z e n g n n g d c r i h r i g c n tv i b e v st reitet, tt u r u nt b e s s e n t w i l l e n z 11 u it t e r tv e r f c n, w eil bie g e 0 g r a p h i s ch e A b g r e n z tt tt g b e s B e zirk s r a b b i n a t e s e s s 0 verl a n g t. Will man die an sich berechtigte Übertvachung der religiösen Institutionen durchführen, ohne die Unabhängigkeit der einzelnen Gemeinden anzutasten ober zu verletzen, so kamt bas nicht durch die Bilbuug von Bezirksrabbinaten, sondern lediglich in b e v Weise