Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1905)
- Date
- 1905-04-01
- Page
- Seite 95 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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zu den Juden, die sich bekanntlich in zwei himmelweit von einander entfernten Schriften kundgibt, eingehend zu besprechen. — Ter zionistische Nachlaß Theodor Herzts wird, wie uns mitgeteilt wird, herausgegeben von Professor Leon Kellner, im Monat April erscheinen. Das Werk wird zwei Bände umfassen und den Titel- „Theodor Herzls sämtliche zionistische Schritten" führen.- Es wird alle bedeutenden Äußerungen des Zionistenführers, wie sie im handschriftlichen R a ch - laß und in Publikationen und Reden vorliegen, enthalten, bezw. den tim Buchhandel jetzt vergriffenen) „Indenstaat". In seiner Zusammenstellung wird das Buch nicht nur ein wertvolles bleibendes Andenken der Zionisten an ihren dahingeschiedenen Führer, sondern auch den bedeutsamsten Beitrag zur Erfassung seiner Persönlichkeit und der Geschichte der von ihm geleiteten Bewegung darstellen. Tas Sammelwerk wird im Jüdischen Verlag, Berlin > Charlottenburg, Herderstr. 3-4) erscheinen. — In M ünche n starb der bekannte Historienmaler Adolf Pichler, im Alter von 70 Jahren. Der Verstorbene, aus Ungarn stammend, seit fünfzig Jahren in München lebend, entlehnte die Stoffe zu seinen Bildern hauptsächlich dem Alten Testament. Seine besten Gemälde waren jene, die speziell die Geschichte des Judentums behandelten, wie „Ter sterbende Jakob segnet seine Kinder", „Spinoza", „Ter betende Jude" und „Juda Halevi". Auch anmutige Genrebilder gingen ans seinem Atelier hervor. — Karl Pander, der einst hoch geschätzte Schauspieler, ist am n. März in H a m bürg nach langem Leiden gestorben. Pander verdankt seinen ganzen Ruhm fast lediglich einer einzigen Rolle, der Gestalt des Hühnerangenoperateurs Hirsch in dem Metsschen Lustspiel: „Heines junges Leiden". Was er darin leistete kennzeichnet der Ausspruch Berthold Auerbachs, daß Pander als Hirsch in Maske, Bewegung. Ton. Haltung eine ganze jüdische Torfgemeinde repräsentiere. Cr war vielleicht der beste Darsteller eines Inden auf der deutschen Bühne. Herr Ferdinand Iakobiobn. Seniorchef des bekannten gleichnamigen Bankhauses ist im *4. Lebensjahre in H a m d n r g verstorben. Ter Dahingeschiedene war ein Sohn des Begründers der Jakobsonschule in Seesen und war auch bis zu seinem Tode Mitglied des Kuratoriums der Iakobsonichule. Tie am 4. Mürz stattgefundene Beerdigung gestaltete sich zu einer bedeutsamen Trauerknndgebung. Tie Trauerrede hielt der Direktor der Iakobsonschule Pros. Tr. C. Philippson, der den Lebensgang des Dahingeschiedenen schilderte, der bis ztl 'einem Tode für alle gemeinnützigen Bestrebungen weit über seine Vaterstadt hinaus das regste Interesse bezeugte. Ganz im Sinne seines Vateis Israel Jakobsohn, der sich durch die Begründung der Jakobsonschule ein unvergängliches Denkmal gesetzt hat, hat er aus seinen reichen Mitteln diese Anstalt gefördert und weiter ausgebaut. Auf dem israelitischen Friedhof in Ohlsdorf fand nach einer Trauerfeier die Beisetzung statt. — Am 23. Februar starb in Brüssel Grand Rabbin Clie-Aristide Astrnc im Alter von 74 Jahren. Tie Familie Astrnc gehört zu den ältesten Iudenfamilicn Südfrankreichs. Tie Geschichte nennt schon 1630 einen Josua Astrnc. Ter Verstorbene, der zu den Gründern der Alliance Jsraelite Universelle gehörte, stand im Rufe eines hervorragenden Gelehrten. — In Feodofia brach am 20 Februar eine furchtbare Judenhetze aus.