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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-04-01 · Heft 4 (1.4.1905) · p. Seite 93

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 4 (1.4.1905)
Date
1905-04-01
Page
Seite 93 (sequence 21)
Language
German
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93 gegen. — Jüngst fand in Berlin die Generalversammlung des Verbandes für Statistik der Juden und im Anschluß au dieselbe eine Versammlung der jüdischen Intelligenz in. Angelegenheiten der Statistik statt. Nachdem der Vorsitzende des Verbandes, Tr. Alfred Nossig, die Anwesenden begrüßt hatte, erfolgte der Vortrag des Referates von Dr. Arthur Cohen, Vorsitzenden des „Vereine für Statistik der Juden" in Bayern, „Statistik und Jndenfrage". Nach einer allgemeinen, der Bedeutung der Statistik überhaupt gewidmeten Einleitung ging das Referat auf die Aufgaben der konfessionellen Statistik ein, und wies die spezielle Tragweite der Statistik für die Lösung der Juden, frage nach. Der vom Vorsitzenden erstattete Bericht über die Tätigkeit des Kuratoriums und des Vorstandes für das Jahr 1904 schilderte in kurzen Zügen die auf Grund der Beschlüsse der vorjährigen Generalversammlung erfolgte Bildung des Kuratoriums und Gründung eines Bureaus für Statistik der Inden. Das Kuratorium fetzte einen Arbeitsausschuß ein, welchem die beiden Vorsitzenden des Kuratoriums San.-Rat W. Maretzki und Geh.-Rat Dr. Blumenthal, der Schatzmeister Herr B. Braun und der Vorsitzende des Verbandes Dr. Nossig angehörten. Tank denl Entgegenkommen mehrerer jüdischer Organisationen, wie der „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens", der „Deutsch-Israelitische Gemeindebund^, die „Logen des U. £. Bnei Brith" und die „Ephraim-Stiftung" gelang es dem Kuratorium eine finanzielle Grundlage ,'ür die Arbeiten des Verbandes zu schaffen. Das Btirean für Statistik der Inden, welches ani 1. Oktober 1904 unter der Leitung von Dr. Arthur Ruppin eröffnet wurde, befaßt sich als eine Zentralinstitution für alle jüdisch-statistischen Arbeiten einerseits mit Untersuchungen und Ausarbeitungen, die ihm von anderen Institutionen übertragen werden, andererseits mit planvollen Vorbereitungen zu einer wissenschaftlichen Gesamtstatistik der Juden. Aus dem Rechenschaftsberichte des Schatzmeisters des Verbandes, Ing. S. Eliasberg, ging hervor, daß die Einnahmen des Verbandes in dem verflossenen Jahre Mk. 792,64, die Ausgaben Mk. 736,10 betragen haben. Der Bericht des Schatzmeisters des Kuratoriums, Herrn Benno Braun wies Ausgaben im Betrage von Mk. 3239,30 ans. — Tie „Deutsche Orientgesellschaft" in Berlin hat eine Expedition nach Obergaliläa gesandt, um auch die dortigen Synagogenreste wissenschaftlich anfznnehmen, welche Professor Gunlitt aus Dresden, zu rekonstruieren unternommen hat. — Der „Welt am Montag" wird ans Königsberg i. Pr. berichtet: „Strenggläubige Juden dürfen am Sonnabend nnr im geschlossenen Raum etwas tragen. Die Königsberger frommen Juden legten sich die Sachen so aus: Die Festung ist ein geschlossener Raum, also dürfen unsere Kinder am Sonnabend die Mappen zur Schule tragen. Daher große Verlegenheit, als kürzlich ein Teil der Mauer fiel, um eine Straße nach einer außenliegenden Villenkolonie anznlegen. Man wandte sich an den kommandierenden General, der die Mauer wieder schließen lassen sollte. Vergebens! Dann an den Kriegsminister und das hatte Erfolg. Die Mauer wurde zwar nicht wieder aufgebaut, aber man hat die Lücke durch einen Draht geschlossen und dadurch sind die frommen Gemüter beruhigt. Gewiß ein freundliches Entgegenkommen des Herrn Kriegsministers, der wohlwollend einer kleinen orthodoxen Minderheit Gewährung erwiesen hat. Wichtiger aber, als solcher Guadertakt wäre es, wenn er ernstlich den Vorschriften und den Geist der Verfassung in der Armee Geltnng zu verschaffen ver-

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