Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1905)
- Date
- 1905-04-01
- Page
- Seite 91 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2969669-2970014-2970019--7588-2978274- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
91 Abhdos. Dort angelangt, wurde er von 3al batat in Audienz enipfangen. - Drei Tage lang dauerte die Unterredung. die der türkische Mcisia? mir deni polnischen Propheten hatte. 3abbatai nun aber non aller Beredsamkeit nietu imstande Rehemia für sich zu gewinnen. Meuterer nannte ihn vielmehr einen Betrüger, eilte ans die Strafe Hinang und ries laut — um sich von den fanatischen Anhängern TabbaMi'? schlitzen zu können — das; er bereit iei. Türke;n loerden. (ix verfügte sich sodann nach Adrianopel juiu ^aimakanl Mustafa und entdeckte ihm die gefährlichen, hochver räterischen Pläne Tabbatai'?. 'RA'hemia'? Enrhnllnnqen wurden vom >raimakam dem Balkan nlirqereilt und dieser gab sofort den Befehl, den falschen Messias nach Adrianvvel;n bringen. Tabbatai merkte bald da-? Damvkleoüchwert. da-? über seinem Haupte schwebte und enkschlos; sich, nachdem der Tal tan ihm prrief: ..Ich werde drei vergiftete Pfeile auf dich abschießen lassen. UH'int sie dich nicht toten, so will auch ich dich al? den wahren Messias anerkennen und verehren." — dem Rate de-? Teibarzre? de-? Tultan?. namens Moses b. Raphael, der pvifcheu ilnn und dern Tnltan al? Dolmetscher fungierte. Holge zu leisten und den I?lam anplnehmen. Tr nahm nämlich einem rieben ihm stehenden Ieldbediensteten den Turban vom Haupte nrtd seme ibn sich auf. Der Trittau rvar hiedurch besänftigt, ernannte ibn;nm >lapidge Baschi und beehrte ihn mit d.':n Titel Efendi. Teine Berrvandten lind sehr viele seiner Anhänger folgten seinem Bei spiele lind wurden Mo?lemcn. Droh seine? 'Abfälle? vom Judentum hat ein großer Teil der Betörten noch immer nicht die Hoffnung, daß Tabbatai, der auch dann mit Inden viel verkehrte, da? Bolk vom Drucke befreien und in da? gelobte Tand bringen werde, aufgegebeu. To entstand die Tekte der Tabbatianer. die man auch gewöhnlich .. Tchobaen" nannte. Die Rabbiner jedoch, denen da? tuüftc Treiben dieser Tektirer in der tiefsten Teele verhaßt war, setzten e? durch, daß der Gaukler Tabbatai. der selbst al? Renegat nicht anfhörte, sich al? Messia? zll geberden, von der Hauptstadt entfernt und in einer kleinen Testung in der 'Rahe van Belgrad interniert wurde, wo er am 1<'. Tevt.!<>7ii starb. Die Tabbatianer aber ließen sich sclrsr nach dem Tode ihre? Häuptling? in ihrem Glauben all ibll llicht erschüttern, daber kam e?, daß diese Tekte sieb bi?;u Anfang deS 1R Jahrhundert? zur Tchmach de? Inde'.ltlim? erhalten lind viel Unheil gestiftet hat. Tür die Berbreitnng und Torderung der Trhren und (hrnndsäv.e dieser slnch'.v.irdigen Tekte haben erk ärmliche Betrüger, wie Ralhan ait? Ga;a, Mordechai an? Eisenstadt. 'Rehein ia Tobele an? Proßniv lt. a. m. Torge getragen. Eine Abart der „Tabbatianer" loaren die „Trankisten". die gleich jenen den Talnind schinähten und verlästerten, lvährend sie den ..Tchor" al? eine heilige Bibel verehrten und der Kabbala hlildigten. Während die Tabbatianer die Tehre de? Islam al? identisch mit der de? Judentum? ans kaboalistische Weife;n erklären suchten, waren die Trankisten, die zumeist die Taufe annahmen, bemüht, die Wahrheit de? Ehrisrentlmi? ans dem „Sohar" und der Kabbala zll beweisen. Der Gründer dieser Tekte war Iatov Trant an? Polen -geb. 172*gen. i7nR. In seiner Jugend beschäftigte er sich mit der Branntweinbrennerei, wärer aber offenbarte er sich den Tabbatianeril in Polen und Galizieu al? RachnNger Tabbatai'?. wobei e? ihm gelang, sich einen großen Anhang;u verschaffen, der ihm bntdigre und