Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1905)
- Date
- 1905-04-01
- Page
- Seite 87 (sequence 15)
- Language
- German
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87 an seinem Untergange gearleitet. Tee gcralulichsre dieser Wühler war der falsche Messias 3abbatai ,')el i an-? 3mprna, der mir seinem ungewöhnlich fronen \Hnhnnqe dem Judentum furchtbare Wundem geschlagen, die tauche nicht vernarben wollten. 3abbatai ^ebi batte am 0 Ab 1026 in 3imuna das Vicht der Welt erblickt. 3chon der Jag seiner (Geburt, der 0 Ab, der rar bav Judentum nt wiederlwltenmalen so verhängnisvoll geworden, verdiente als ein böses Cmeit angesehen;n rverden. 3ein Vater Mordechai <>ebi, der, aus Mvrea ^obiirru^, nach 3innnia til ernedelte. und dort anfangs ein Federviehhändler war, später aber, als infolge des zwischen der Türkei und Venedig ausgebrocheuen Krieges viele holländische und englische Maitfbäm'cr der 3icherheit halber ihr Cvmvwir nach 3mmma verlegten, als r^geat eines englischen Hauses fungierte, scheute kein Dpser. io es galt die Ausrildung seines reichbegabren 3ohnes 3abbatai zu fördern. 3abbatai besuchte im kaum beginnenden Annglingsalter die Talnuldschnle des R. Josef (rskara in 3mvrna, die er ater nach wenigen Jahren verlies;, um sich den kabbalistischen 3tndieu. für die er schon r'rüh;eilig eine besondere Vorliebe bekundete, ungestört hingeben;it können. 'Abgeschlossen von dem Geräusche der Welt tut 4 des Gebens, fas; er in seinem 3tnbchen und vertierte sich in die Kabbala, die er schwärmerisch liebte, und um deretwillen er bereitwilligst allen irdischen Genüssen und Vergnügungen entsagte. (fr rastere vom Ansgange des einen bis;nm (Eingänge des nächsten 3abbat und badete täglich im Meere. 3eine aseerische Lebensweise, wie überhaupt seine stannettswerten kabbalistischen Kenntnisse verfehlten nicht, die Ausmerk samkeit der Gelehrten 3mvrnas auf ihn;u lenken, die ihm. als er kaum 1s Jahre alt war, den Titel „Chacham" erteilten. Abm trat er bald als ieU ständiger Lehrer der Kabbala auf. 3chiareuweise strömten wissbegierige junger derlei und lauschten mir gespannter Aufmerksamkeit seinen Vorträgen, wie feinen (uemngen. denn er besaß ein. überaus angeitehmes, wohlklingendes Drgan, wodurch es ihm gelang, die Her am aller, die ihn sprechen oder singen hörten, \n gewinnen. Wie durch seine asretische Lebensweise wüsche er auch durch seine entid^iebene Abneigung gegen das weibliche (Geschlecht im Kreise seiner Vertrauten und Verehrer 3ensation ,;n erregen. (5r nmrde uvar nach damaligem Brauche sehr inug mit der Tochter einer sehr geachteten Familie verheiratet, allein, da er dieselbe trog ihrer herrlichen Tugenden und Eigenschaften hartnäckig gemiedett, ersuchte sie. von ibm geschieden >u werden, welchem Wtinsche er auch bereitwilligst entchrochen harre. Und als er water sich mit einer anderen Frau vermählte, erging es deriellen nicht besser als der ersten. Von seinen Verehrern nach der Ursache dieser höchst sonderbaren Versalrcunaswebe be fragt, entgegnete erb „Ter heilige bk'iu BUmch hakandeich. hätte ihm verkündigt, das; - keine von den Beiden die eigentliche, vom Himmel für ihn bestimmte bkurin gcnvesen sei." Durch diese und ähnliche Äußerungen. wie überhaupt durch seine imvomnte l^estatt und beschauliche Lebensweise gelang es ihm, seinen Anhängern m imponieren und sich den Ruf eines höheren üöerirdischen Wesens;n erwerren. Ae mehr er hch in die geistverwirrende Kabbala vertiefte, destomehr wurde seine aufgeregte Phantasie erhitzt und sein ihm innewohnender Ehrgei; ansgestachelt, sodas; er ani An de sich nicht entblödere seinen 3chülern gi eröffnen, das; er der langersehnte, von Urott verheißene Messias sei, der Israel vom Drucke befreien und in das getobte Band;nrücksühren