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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-03-01 · Heft 3 (1.3.1905) · p. Seite 63

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 3 (1.3.1905)
Date
1905-03-01
Page
Seite 63 (sequence 15)
Language
German
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63 'Als er dieserhalb von dem Brandenburger Konsistorium eine scharfe Rüge erhielt, wurde sofort eine große Protestversammlung abgehaltell, in lvelcher einer der ersten theologischen Universitätslehrer, Professor Pfleiderer, als Hauptredner auftrat. Charakteristisch in seinen Ausführungen ist insbesondere der Latz: „Es gilt für uns, den alten Geist, die alte Wahrheit in neuen formen darzubieten." Das heißt doch wahrlich die Entwicklung der Religion rückhaltlos anerkennen. Aber damit noch nicht genug. Eine ganze Reihe evangelischer Pastoren har eine Zvmpathie-Erklärung für D. Fischer veröffentlicht, in der es unter anderem heißt: „Niemals war der Schutz der geistigen Unabhängigkeit des Pfarrerstandes nötiger als heutzutage. Wie ein Fluch lastet auf unserem Stande der Borwurf der Unwahr Hastigkeit . . . . Wir wissen, . . . daß wir den buchenden die Klarheit der Erkenntnis zu bringen, und denen, welchen die Elemente aller Religion zweifelhaft geworden sind, den Unterschied zwischen Dogma und Religion, zwischen der vergänglichen Form und der ewigen Wahrheit mit unbedingter Wahrhaftigkeit und Offenheit zu zeigen haben. Wir sehen in diesem Recht zugleich eine Pflicht, von deren Erfüllung wir nicht lassen können." Wie wohltuend berühren diese Säue! Welch' ernste Selbstkritik spricht aus jedem dieser Worte! Und ich meine, davon können wir lernen. Selbstkritik tut auch uns not, damit wir endlich einmal den Mut gewinnen, „den Unterschied zwischen der vergänglichen Form und der elvi gen Wahrheit" durch zielbewußten Fortschritt auch im Judentum klar und bestimmt zu betonen. Dss nationale Judentum. Bau Pr. M. \>. Jv r i c b ( n lt b c r. III. David Nlroy. Einer der schlauesten und begabtesten dieser Pseudomessiasse war David Alroy, auch Jbn Atruchi genannt, aus Amadia in Persien, der sich im Jahre 1160 den Juden in der Gegend von Adhe Baigan. nördlich von Mossul als Messias angekündigt hatte. Die Juden dieser Gegend galten als unwissend, hingegen aber waren sie mutig und verstanden vorzüglich die Waffen zu führen. Mit den dort hausenden fanatischen Assassinen lebten sie auf gutem Fuße. David Alroy's Streben war dahin gerichtet, die unwissenden und kriegstüchrigen Juden für sich zu gewinnen, um seinen unbeschreiblichen Ehrgeiz, wie seine maßlose Herrschsucht befriedigen zu können. In seiner Jugend hatte er sich in Bagdad, wo eine talmudische Hochschule blühte, unter dem Exilsfürsten Eli gründliche Kenntnisse in Bibel und Talmud, sowie auch in der arabischen Literattlr angeeignet. Als er in seine Heimatstadt Almadia zurückgekehrt, wurde er seiner großen

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