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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-02-01 · Heft 2 (1.2.1905) · p. Seite 49

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 2 (1.2.1905)
Date
1905-02-01
Page
Seite 49 (sequence 23)
Language
German
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Veferate und AKteHnttgeiu Im Verlage von S. Calvary u. Co. in Berlin ft. W. 7 1904 ist erschienen: „Die Juden der Gegenwart." Eine sozialwiffenschaftliche Studie von Dr. Arthur RuPpin. Er hat bis jetzt an einer zusammenfaffenden Arbeit über die Juden vom sozialwiffenschaftlichen Standpunkte gefehlt und es ist ein Verdienst des gelehrten Verfassers, der über ein reiches einschlägiges wissenschaftliches Material auf Grund der Statistik und eigener Beobachtung, Tatsachen sicher zu Hellen und auf diese Werse einen festen Boden für die vielen Probleme des Judentums zu schaffen. Das inhaltsreiche Werk wird in der Folge von Keinem, der sich mit der Geschichte des gegenwärtigen Judentums beschäftigt, entbehrt werden können und bieten die 8 Abschnitte, welche 19 Kapitel errthalten, ein reiches Material. Zudem haben wir die Freude auch mit de« eigenen Anschauungen und mit den Schlüssen die der Verfasser aus dem behandelten Stoffe zieht zumeist übereinzustimmen und empfehlen wir besonders das letzte „der Ziopismus" überschriebcne Kapitel unseren Lesern. Kapitel 8 überschrieben „die Sprache" ist S. 133 in dem Satze: Als Schriftsprache ist es (das Hebräische) nie ausgestorben, doch ist die vorwiegende Sprache des babylonischen Talmud und der hebräischen Literatur in Babylonien bis zum 10. Jahrhundert nicht das Hebräische, sondern das Westaramäische (Syrische), dahin zu berichtigen, daß hier das Ostaramäische (Chaldäische) hierfür zu setzen ist. — Es sind uns zugegangen: Festpredigten, gehalten am Rosch-Haschana und Jom- Kippur 5664 von Dr. Max Beermann, Rabbiner der Kreis-Synagogengemeinde Insterburg und „Im Wandel der Zeiten." Festpredigten, gehalten am Rosch-Haschana und Jom-Kippur 5665 von Dr. Max Beermann, Rabbiner der Kreis - Synagogengemeinde Insterburg. Diese Reden, die sich durch Reichtum des Inhalts und Schönheit der Form auszeichnen sind zu empfehlen und können sie besonders jungen Theologen zum Muster dienen, wie man an den hohen Festen, an welchen die Gemüter empfänglich sind, wie sonst nie, eindrucksvoll sprechen soll, um nachhaltig zu wirken. — Herr Stadtpfarrer und Bezirksschulinspektor Oppel in Neumarkt (Oberpfalz) hielt jüngst einen Bortrag über „Toleranz nach den Grundsätzen der katholischen Kirche" und sagte darin u. a.: „Das Innerlichste, was der Mensch besitzt, ist seine Religion. Sie ist das Kleinod seines Herzens, das er eifersüchtig liebt uitb schützt wie ein Heiligtum. In dieses Heiligtum mit rauher Hand einzugreifen, verrät rohe Gesinnung und Mangel an sittlicher Reife. Niemand ist daher ängstlicher bemüht, alles zu vermeiden, was Andersgläubige kränken oder verletzen könnte, als wahrhaft edle Katholiken, hingegen ernstlich bestrebt, praktische bürgerliche Toleranz, Nächstenliebe auch gegen Andersgläubige zu üben und nicht bloß diese Rede als Schlagwort der Zeit im Munde zu führen. Daher ist es Pflicht und Aufgabe, die weitgehendste Milde und Duldsamkeit gegen Alle zu betätigen, die nicht zur katholischen Kirche gehören. — Über den literarischen Nachlaß Theodor Herzls berichtet man: Jetzt ist es' endlich möglich, die große Fülle der Schriften zu übersehen, die sich in Theodor Herzls Nachlaß befinden. Abgesehen von der überaus interessanten Briefsammlung, kann man zwei große Gruppen von Schriften unterscheiden: allgemein literarische und zionistische. Eine Anzahl Notizen, Einfälle, Kernsprüche, Beobachtungen werden sich als befruchtende

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