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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-02-01 · Heft 2 (1.2.1905) · p. Seite 45

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 2 (1.2.1905)
Date
1905-02-01
Page
Seite 45 (sequence 19)
Language
German
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45 unter der Regierung dieses Chalifaten behauptete sich Abu-Jsa einige Zeit, später verließ er diese Gegend und zvg weiter nach Norden. Tort hatte ein Rebellenhäuptling Gunber Sinbad ein Heer von 60000 Mann befehligt. Dieser veranlaßt den Messias Abu-Jsa, dem er als seinen Vorgänger sehr gewogen war, sich nur wacker zu halten. Gunber Sinbad wurde endlich vom neuen Chalifen besiegt, und so kam dann die Reihe an Abu-Jsa. Dieser verstand es jedoch durch seine Tapferkeit, wie durch den Mut seiner Leute sich recht lange noch zu behaupten. Erst im Jahre 755 wurde er vom Chalifen besiegt und getötet. Seine Anhänger erhielten sich noch im 10. Jahrhundert und verehrten ihn als den Messias. Me lorjfon’g Tochter. Eine Erzählung von Oscar Geller. Tiefrot glühte im Westen der untergehende Sonnenball, ein mächtiges, weithin strahlendes Bild des Ablebens. In zarten, rosigen Tönen zitterte der Aether, und über dem blauen Himmel breitete es sich, wie ein Vorhang flüssigen Goldes, immer blässer und blässer, bis es sich in sattem Blau verlor. In weiter Ferne schien es, als wollte das gewaltige Meer in sich aufsaugen die versinkende Lebensspcnderin; die letzten Strahlen glitten flach über die bewegte Wasserfläche hin, wie eine silberne Schuppe quer über Wogen laufend. Die hehre Natur, in ihrer majestätischen, erhabenen Stille, träumend wie ein herrliches Weib, schien ausruhen zu wollen; drüben, hinter den schneebedeckten Gipfeln der Berge, die nur herüberschimmerten, sanken lange Schatten, düster und dunkel. Lansam, zögernd kam der silberne, kalte Mond heraufgezogen, goß sein mildes Licht über Amsterdams schmale Gassen, schien auch durch die Scheiben eines kleinen, weit abseits gelegenen Häuschens in die Stube des großen Denkers, des Brillenschleifers Baruch Spinoza. Der Ausgestoßene seines Stammes, der Ergründer des Gottesdaseins, der blasse Mann, saß trübe, in sich gekehrt bei seiner Arbeit. Seine Gedanken weilten aber nicht bei ihr; das klare, durchgeistete Auge sah eine sinnberückende, hübsche Maid, sah die Tochter des stolzen Amsterdamer Schwertschmiedes Ole Jorjsön. Wie sie Baruch Spinoza liebte, die züchtige Jungfrau, in deren glänzenden, hellen Augen ihm die erwachende Allnatur entgegentachte: auf deren rosig angehauchten Wangen die ganze Jugendfrische einer keimenden Rosenknospe prangte, könnte er sie nur in seine Arme liebeglühend pressen, könnte er ihre roten Lippen küssen, erschauern vor süßer, banger Lust! Mächtig zog es ihn zu ihr hin; es bewegte ihn unaufhörlich nur der eine Gedanke, ihr sagen zu dürfen, wie sehr er sie liebe, sie anbere .... Baruch Spinoza trat vor die Türe seines Hauses. Aus dem nahen Gebüsche klang der süße Sang der Nachtigall ihm entgegen; ein unendliches Web überzog sein

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