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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-02-01 · Heft 2 (1.2.1905) · p. Seite 44

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 2 (1.2.1905)
Date
1905-02-01
Page
Seite 44 (sequence 18)
Language
German
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44 Verlegenheit, die ihm Jezid bereitete, befreien zu können, hatte der Feigling den traurigen Mut folgende Erklärung clbzugeben: „Ich habe ja nie die ernste Absicht gehabt als Lehrer und Erlöser der Juden recht tätig in die Situation einzugreifen, sondern ich wollte mir btos mit diesen leichtgläubigen Juden eineu Spaß machen." Jezid, der befürchten zu müssen glaubte, daß durch das wühlerische Treiben des falschen Messias die Juden sich gegen die Regierung auflehnen wurden, war von der Antwort Serenes um so mehr befriedigt, als dieser sich selber als „Judenfeind" gerierte, der seine eigene Stammesgenossen zum Besten hielt. Der Chalife hatte nunmehr keine Ursache mehr, von seiten der Juden einen Aufstand zu befürchten, daher er ihnen den falschen Messias auslieferte mit der Weisung, sie mögen ihn selbst nach ihrem Gutdünken bestrafen. Was mit ihm weiter geschehen ist, ist nicht bekannt, soviel ist gewiß, daß er unschädlich gemacht wurde und bald spurlos vom Schauplatz seiner schändlichen Tätigkeit verschwunden ist. Die meisten seiner Anhänger sind von ihm nicht nur abgefallen, sondern haben ifjit verflucht, verurteilt und als Verräter gebrandmarkt. Sie wollten sich wieder den syrischen Juden, von denen sie, als Antitalmudisten getrennt waren, anschließen, doch diese wußten nicht, ob sie berechtigt seien die Reuigen in ihren Schoß aufzunehmen. Sie wandten sich daher an das Oberhaupt der Hochschule zu Pumbadita, namens Natronai, und ersuchten ihn um Bescheid. Dieser lautete: Nach talmudischem Gesetze ist es gestattet, die'Auhäuger Serenes iu deu Gemeiudeverband aufzunehmeu, da dieselben als Juden betrachtet und behaydelt werden müssen. Jedoch in der Synagoge müssen sie öffentlich bekennen, daß sie gefehlt und geirrt haben und feierlichst geloben, die tälmudischen Vorschriften stets respektieren zu wollen jc. „iResp. Gaonim Schaare-Zedek. > Obadia Ubu-Isa. Ungefähr drei Decennien später (745) trat ein anderer Messias und zwar in Persien auf, der sich ebenfalls als Antitalmudist geberdete und das Volk zu betören suchte. Es war dies ein äußerst phantastischer und kriegerischer Mann, namens Obadia Abu-Jsa aus Jsfahan, der vorgab, er sei von Gott gesandt worden Israel vom Joche der Völker zu befreien. Er gab zwar anfangs vor, daß er nicht der eigentliche Messias, sondern^ nur dessen Vorläufer sei, tatsächlich aber war sein ganzes Gebühren, Wirken und Streben dahin gerichtet, um als der eigentliche Messias erkannt, betrachtet und behandelt zu werden. Auch er führte antitalmudische Refornlen ein. Er fand bald einen großen Anhang und 10000 Mann, die er bewaffnete und selbst hoch zu Roß gleich einem Kriegshelden befehligte, haben sich um ihn geschaart. Mit diesen gedachte er einen jüdischen Staat zu gründen. Die Zeit, in der Obadia Abu-Jsa seinen Plan auszuführen gedachte , war hierzu nicht ungünstig. Es herrschte nämlich damals im muhamedamschen Reiche Merman N.. der letzte aus dem Hause der Omejaden, der aber so sehr verhaßt war,, daß in allen Teilen des Reiches sich Empörungen gegen ihn erhoben. Ja in dieser stürmisch bewegten und aufgeregten Zeit hatte Abu-Jsa in der Gegend vop Jsfahan sein Befreiungswerk begonnen. Merman wurde besiegt und in Egypten getötet, und Abn-Moslim, Emissär der Abbassiden, erhielt -das Chalifat. Auch

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