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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-02-01 · Heft 2 (1.2.1905) · p. Seite 40

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 2 (1.2.1905)
Date
1905-02-01
Page
Seite 40 (sequence 14)
Language
German
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Gelehrsamkeit, unter allen, die ich gelesen, der erste, der an diesem Vorurteil Anstoß nahm, hat es deswegen nicht gewagt, seine Ansicht offen darzulegen, sondern hat sie nur mit dunklen Worten angedeutet. Ich nehme keinen Ansland, dieselben aufzuhellen und die Sache zu verdeutlichen," Was im Folgenden geschieht und wozu noch Spinoza seinerseits weitere Beweise gegen die mosaische Autorschaft anfügt. In dieser Richtung ist die Kritik seitdem unaufhaltsam weiter fortgeschritten und hat so viele wuchtige Argumente gehäuft, daß die orthodoxe Meinung längst nicht mehr ernst genommen wird, so sehr und so lange sie sich dagegen gewehrt hat, wohl fühlend, daß mit deren Erschütterung der ganze kirchliche Bau ins Wanken gerät. Es erging dem Pentateuch wie den unsterblichen Epopöen des Homer, die sich gleichfalls gefallen lassen mußten, vor dem Sezirmesser der Kritik als kunstreiche Zusammenfügungen verschiedenartiger Gesänge zahlreicher Dichter ans verschiedenen Zeiten und Gegenden nachgewiesen zu werden. r Aber so wenig wie die poetische Schönheit des Homer, erleidet dadurch der literarische Wert des Pentateuch Einbuße. Im Gegenteil wird er als mythisch-sagenhaftes Nationalepos, versetzt mit legislatorischen und ethischen Elementen, nur um so besser gewürdigt werden, wenn er nicht mehr als inspiriertes Werk des sagenhaften Führers und Gesetzgebers der Israeliten aus dem zweiten Jahrtausend v. Chr. angesehen wird. Dss nationale Judentum. Bon Dr. M. H. Friedlände r. Das herrlichste und vollkommenste Werk, das die Menschheit im Allgemeinen und Israel insbesondere besitzt , ist die Thora. „Die Lehre Gottes ist vollkommen, tadellos, ewig neu; sie allein ist geeignet, das geistige und leibliche Heil und Wohl der Menschen stets nach jeder Richtung hin zu fördern. Die Thora verdient nicht nur deshalb das vollkommenste Werk genannt zu werden, weil sie das älteste Religionsbuch der Welt ist, in welchem die goldenen Worte „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" verzeichnet sind, Worte, die später auch von den Töchterreligionen angenommen und als oberster Grundsatz hingestellt worden sind, ferner „Liebet den Fremden," Lehren, die heute noch trotz Kultur, Fortschritt und Civilisation ihrer Verwirklichung unter den Völkern der Erde harren, sondern vorzugsweise deshalb, weil sie jedes Vorurteil, jeden Aberglauben und Fanatismus, die nur geeignet sind, die niedrigsten Instinkte und Leidenschaften wachzurpfen, auf das entschiedenste verpönt. AN die grausamen Verfolgungen, Bedrückungen und Kränkungen, denen Menschen je ausgesetzt waren, all die Verheerungen, die iy den Kreisen der menschlichen Gesellschaft angerichtet wurden, waren zumeist die Folgen des Fanatismus. Der Fanatismus, der religiöse wie der nationale , ist der gefährlichste Feind der Menschen. „So lange

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