Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-12-01 · Heft 12 (1.12.1904) · p. Seite 281

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 12 (1.12.1904)
Date
1904-12-01
Page
Seite 281 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2969669-2969988-2970001--7465-2978152
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

tenbc« finanziellen Verlust. — Die ersten in Deutschland bekannten hebrU Lettern finden sich in einem von PetruS Niger im Jahre 1476 Herausgel Werke, betitelt: „Contra perfidos Judaeos de conditionibus veri M, Die größeren, vollständig mit hebräischen Lettern versehenen Werke, wurde» einer in Italien ansässigen jüdischen Familie, die sich nach ihrem Wohnort jSi die Sonciniden nannte, herausgrgeben. und diese verpflanzten die Buchdrw in mehrere Städte Italiens» vorerst nach Venedig, von wo aus sie durch jül Meister nach der Türkei gebracht wurde. In Österreich erschienen die ältchl^» hebräischen Drucke in Prag. Mehr noch als in Deutschland, wo nur in HAchoM heim und Dyhernfurt am Anfänge des 17. Jahrhunderts einige hebräische WeM gedruckt wurden, erblühte die hebräische Buchdruckerkunst in Holland, namentlich^ Amsterdam, das bald den ganzen hebräischen Büchermarkt beherrschte. Mit Zeit aber entstand den Amsterdamer Druckern eine Konkurrenz durch billige Dru, in Jeßnitz, Sulzbach, Wilhermsdorf, Fürth, woselbst die bedeutenden Werke altrabbinischen Litteratur herausgegeben wurden. Bedeutende hebräische Druckerei-«- entstanden auch in den größten Absatzgebieten Polen und Bolhynien, wo sie heute" noch florieren. — Der bisherige Dragoman an der Hohen Pforte zu Konstml» tinopel Tewfik Effendi Molho ist zum Sekretär der türkischen Botschaft in ernannt worden. - Gräfin Helene Taaffe, eine Tochter des verstorbenen reichischen Ministerpräsidenten, deren Scheidung vom Baron Richard MattenAoe vor einigen Tagen von der königlichen Kurie ausgesprochen wurde, schloß jüngst dem Standesamt des 7. Bezirks mit den« Arzt Dr. Julius Demkö einen neue» Ehebund. Als Zeugen fungierten für die Gräfin ihr Rechtsfreund, ReichstoA^ abgeordneter Hofrat Dr. Armin Neumann; für den Bräutigam dessen BrudeH Regimentsarzt Dr. Feldmann/ Die Gräfin lernte den damals noch Feldman» heißenden Arzt in einem bömischen Bade kennen und lieben. Sie ließ sich scheibe», Dr. Feldmann-Demkö soll Jude geblieben sein. — In Altona hielt ji Herr Dr. Rosenak-Bremen im „Jüd. wissenschaftlichen Verein" einen Bortrag seine Erlebnisse in Galizien. Der Bortrag war sehr interessant. Anfangs m der Herr Redner das zahlreich erschienene Publikum darauf aufmerksam, daß galizijchen Juden eigentlich echte Deutsche find. Als im 14. Jahrhundert dem schwarzen Tod. sämtliche Juden aus Deutschland vertrieben wurden, habe i> Galizien und Rußland die- Tore geöffnet und sie gastfreundlich aufgenommeu. Polen brachten sie die deutsche Sprache mit und merkwürdiger Weise haben sie deutsche Sprache — Jargon -4- und ihre damalige Tracht bis zum heutigen erhalten. Roch ein Beweis für ihr Deutschtum sind die deutschen Namen, die noch heute führen. Dann schilderte der Redner die galizische jüdische Bevölker Sie besteht nämlich a»S „Chasidim", „Misnagdim" und der Fortschrittspartei. Ehasidim sind die Strenggläubigen; die Misnagdim sind auch ziemlich orthodox und Fortschrittspartei d. s. die Reformer. Der Redner erzählte ganz ausführlich seine

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.