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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-12-01 · Heft 12 (1.12.1904) · p. Seite 280

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 12 (1.12.1904)
Date
1904-12-01
Page
Seite 280 (sequence 18)
Language
German
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bekannt. — Die Herren Keligman, Chefs der bekannten Bankfirma in Frankfurt a. M-, Paris, London und New-Dork, haben dem Städtchen Baiersdorf 10000 Mk. zum Gedächtnis an ihre dort begrabenen Eltern geschenkt mit dem Bemerken, sie würden, wenn diese Summe nicht für eine Kinderbewahranstalt ausreichen sollte, auch für die Mehrkosten aufkommen. Der Bau ist indessen durch andere Gaben gesichert. — Aus Friedland wird berichtet: Die Synagoge, ein Bauwerk aus der Glanzzeit Friedlands soll demnächst abgebrochen werden. Jüngst waren die Vorsitzenden der jüdischen Gemeinden Lieberose und Lübben in Friedland um dem Tempel die Weihegegenstände zu entnehmen. Der Vorhang aus persischem Samt kommt nach Lieberose, der bronzene Krom leuchter und die übrigen Heiligtümer kommen nach Lübben. Die Chronik meldet °. die Regierung Kursachsens, zu dem Friedland gehörte, erlaubte den Juden in Leipzig und hier Friedhöfe anzulegen. Die Folge war, daß sich hier an der Grenze eine große Zahl Juden ansiedelte. Noch im Jahre 1849 hatte Friedland 100 jüdische Einwohner, die einen schwunghaften Handel trieben. Steuer- und! Amtsgerichtsbezirk reichten bis nach Neuzelle und zwangen die Landbewohner nach! hier zu kommen. Im Jahre 1651 erwarb die jüdische Gemeinde von dem Rats-! mann Krause 18 sächsische Ellen Land zur Erbauung des Tempels, 1777 wurden! 6 sächsische Ellen zur Erweiterung und >810 noch 2 Berliner Ellen erworben.! Krause überließ der Gemeinde das Land in Erbpacht gegen eine Entschädigung! von 49 Mk., heute bekommt der Besitzer nur noch 35 Mk- Im Jahre 1821 als! Friedland vollständig eingeäschert wurde, verbrannte auch der Tempel und mit ihm! die Frau und Tochter des Rabbiners. 1821 wurde der Tempel in seiner jetzigen Gestalt wieder aufgebaut und ivar größer als die beiden für die Stadt- resp. Landgemeinde bestimmten christlichen Kirchen. Damals war die Zahl der jüdischen Einwohner größer als die der evangelischen. 1846 wurde um den jüdischen Fried-! Hof eine hohe massive Mauer gezogen, zu deren Erbauung Rothschild aus Frank-! furt a. M. 1000 Gulden (1700 Mark) beisteuerte. Nach der Vereinigung der! Niederlausitz mit Preußen fiel der Grenzhandel weg und nun verzogen auch die! Juden. So hatten wir denn bisher eine Synagoge und einen Judenfriedhof aber; keine jüdischen Einwohner. Nur bei Todesfällen wurden die Leichen noch aus! Beeskow und Lieberose nach hier gebracht chnd Gottesdienst in der Synagoge ab-j gehalten. — Der letzte in Pflaumloch ansässige Jude hat sein Anwesen verkauft! und ist nach Nürnberg übergesiedelt. Damit ist die jüdische Gemeinde, die vor! 50 Jahren noch 100 Seelen zählte und der sehr angesehene Familien in Stuttgart, (Pstaum, Nördlinger, Löwenstein u a.) München und Nördlingen entstammen aufgelöst. Die schöne Synagoge wurde erst 1846 erbaut. Die israelitische Gemeinde Hengstberg, die noch in den 1880 er Jahren eine stattliche Anzahl Angehörige zählte, hat sich nunmehr nach Wegzug der Israeliten 'aufgelöst. Die ineisten Familien verzogen nach Würzburg, Hall und Crailsheim. Für die politische Gemeinde bedeutet der Wegzug der steuexkräftigen Israeliten einen nicht unbedeu-

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