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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-12-01 · Heft 12 (1.12.1904) · p. Seite 279

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fi - 279 - Öualität auf ewige Zeiten behaftet sein sollten. Da. wie das Gericht feststellt, Juden um die Mitte deS achtzehnten Jahrhunderts vor der Errichtung Fideikommissen nach den aus dem Gewohnheitsrecht zum allgemeinen Prii gewordenen Normen nicht ausgeschlossen waren, konnte es nach den wiederg, Anordnungen keinem Zweifel unterliegen, daß eS sich um ein deutschrech! Familienfideikommiß von ewiger Dauer handelte. Dem stand auch die ei Unfähigkeit der jüdischen Geschlechtsfolger des Stifters, Grundeigentum zu ei nicht im Wege, und es widersprach dem ebensowenig die mit dem Fideikommiß bundene Verpflichtung, das Geschäft weiterzuführen, da irgendwelche Berpfli (die Bewirtschaftung eines Grundstückes u. dgl.) stets an ein Fideikommiß g> sind. — Die jüdische Bevölkerung Sachsens zählt gegenwärtig 12,415 Köpfe meisten Israeliten wohnen in Leipzig und den Vororten, zusammen 6312. folgen von den 143 sächsischen Städten: Dresden mit 3103, Chemnitz einschli Alt-Chemnitz mit 1137, Plauen i. V. mit 243, Mittweida mit 51, Annaberg 116, Zittau mit 114, Zwickau mit 89. Freiberg mit 84, Bautzen mit 65, Reichen! mit 54, Meißen mit 48, Pirna mit 40, Lübau mit 39. Meerane mit 31, Wutzeü mit 30, Glauchau mit 22, Riesa und Werdau mit je 19, Döbeln mit 18, und Falkenstein mit je 17, Buchholz mit 10, Radeburg mit 15, Grimma ariC Sebnitz mit je 14, Markranstadt und Markneukirchen mit je 13, Oederau OelSnitz mit je 12, Frankenberg, Oschatz, Penig, Crimmitschau mit je 11, HohensteitW Ernstthal, Lichtenstein mit je 9, Limbach, Leisnig, Bischofswerda und Schneeberjs mit je 8, Lausigk. Waldheim, Burgstädt und Eibenstock mit je 6, Treuen, Großen» Hain und Marienberg i. S. mit je 5, Frohberg, Roßwein, Zschopau, Adrof, Schaickan )■ und Lößnitz mit je 4, Geyer. Thum, Pegau, Dippoldiswalde, Glashütte, Gering^- walde, Johanngeorgenstadt, Schwarzenberg und Zwönitz mit je 3 jüdischen Seel«. — Bo» einer Berliner jüdischen Hofsängerin aus dem 17. Jahrhundert erzäM folgender Briefwechsel, der im „Berliner Börsen-Kourier" mitgeteilt wird: DeH Kurfürst Friedrich III. schrieb am 16. Juli 1690 aus Wesel an den Fürsten veM Anhalt und die Geheimen Räte in Berlin: „Marcus Jsaac Juden sambt @«aci| bey sich habenden Tochter Brentgen Marcus von hier nach Berlin gehen zu 1 damit gedachte Brentgen bey Unsrer hochgeliebten Gemahlin mit singen auf! und nach derselben gutfinden sich weiter in der Music üben und petfectionieren, astD Ihre habende ungemeine stimme nach der Kunst und Methode einrichten und employrM lerne." Die Antwort des Fürsten von Anhalt lautete wörtlich: „Der Jud ist «Bgj gekommen, weil aber E. h d. Gemahlin sich anitzo nicht hier, sondern zu Hai befindet, so werde deroselben Ich von dieses Juden Tochter Brentgen Markus ungemeinen Stimme, die Ich sechsten gehört und admiriret habe, alsoforth Rach geben und dero gnädigsten Befehl erwarten, ob sich diese Jüdinn dorthin oder bis zu dero Gott gebe! glücklicher Zurückkunfft sich allhier aufhalten soll" . Bon den weiteren Schicksalen der jüdischen Hofsängerin Brentgen MarcuS ist ui

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