Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1904)
- Date
- 1904-12-01
- Page
- Seite 275 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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geregt, bis es endlich Rom gelang, seinen eisernen Fuß de« Albigenser« auf. harten Nacken zu setzen, und die schönsten Landschaften des südlichen wurden durch päpstlichen Ausspruch dem französischen König Ludwig IV. zuerkaunt, damit dahin die blutigen Ketzergerichte ihre Wirksamkeit a« könnten. Die Bluthunde jener Gerichte, die Dominikaner, wurden auf die Al! gehetzt, bis diese völlig vom französischen Boden ausgetilgt waren. — Und au H Dominikaner, wie einst die Pharisäer an die Syrer gegen die Saddueäer (li die christlichen Strenggläubigen wendeten sich die jüdischen Eiferer von Mouh an ihrer Spitze zur Ehre Gottes der blindgläubige R. Salomo b. Araham, das mit dem erwünscht besten Erfolge. Den Büchern „More* und ,1 wurde zu Montpellier und zu Paris dir Ehre des brennenden Scheiterhau zu Teil. Aber ein Schrei des Entsetzens ging durch die Judenheit. Während in aß ihren Gebieten und zu allen Zeiten die Verräterei an der Gesamtheit als das Verbrechen gebrandmarkt und in allen Synagogen täglich gebetet wurde: den Angebern nie eine Hoffnung blühen." wurde hier die Angeberei, die Verleun von israelitischen Brüdern bei den gefährlichsten nichtisraelitischen Ketzerrichter« ' einem Rabbiner, von einem sonst bewährt frommen Manne geübt und die der jüdischen Religionsgemeinschaft dem Triumphe ihrer erbittertsten Feinde gegeben! — Selbst die Gesinnungsgenossen des eifergeblendeten Rabbi, die heftig Gegner Maimoni's standen tief beschämt! — Ein Umschwung trat rin.! Feinden der Maimonidischen Partei wurden von dieser an entscheidender falsches Zeugnis und bösartige Verleumdung nachgewiesen; und daS war Gerechtigkeitspflege des frommen Mittelalters: die Maimonidischen Schriften verbrynnt, ihren falschen Verleumdern aber die lügnerische Zunge ausgeschnitten.^ In widerwärtiger Schadenfreude wendeten auf sie die triumphierenden Gegner Psalmenwort an: „sie hätten ihren Mund gegen den Himmel gewendet, und wandelt ihre Zunge im Staube." Allein eine noch weit schwerere Strafe sollte die verräterischen Anb bald einholen. Zudem der heftige Streit unter den Juden über angebliche Schriften entbrannte, wurde die Aufmerksamkeit der Judenfeinde auf das jS Schrifttum überhaupt bingelenkt und der einigende Hort der Judenheit, der in Anklagestand versetzt, daß er feindselige, gotteslästerliche Stellen gegen den der christlichen Lehre enthalte. Diese Anklage war von einem aus der Sorte-! gefährlichsten Verräter ausgegangen, die vom Judentume zum Christentum« getreten waren und nun, wie alle Überläufer, sich bei der neuen Gemeinschaft Verleumdung der alten einzuschmeicheln bestrebt waren. Sie fanden Gehör der Talmud wurde, in zahlreichen Ladungen von Büchern, zu Paris öffenÜich^ bräunt. Solches geschah im Jahre 1244, ungefähr zehn Jahre nach Berbr