Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1904)
- Date
- 1904-12-01
- Page
- Seite 273 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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273 — enthält und daß im Jahre 1895 in Arad, einer der intelligenteste« Gemeinden Ungai in welcher schpn in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ein Aron unter schweren Kämpfen im Geiste des modernen Judentumgewirkt hat, auf regung des dortigen Rabbiners, vom Vorstände der israelitischen Gemeinde dafckiM der Beschluß gefaßt wurde, daß unter Abänderung der üblichen Liturgie und vÄ ( besonderer Hervorhebung des Priestersegens fortab Mischehen in der Synagoge.ö öffentlich unb - feierlich eingesegnet werden sollen. So sehen wir denn als Reslcktät unserer heutigen geschichtlichen Betrachtung, daß die Mischehe weder nach der Bibel noch nach dem Talmud als religionsgesetzlich verboten betrachtet wcxbctt kann und daß die Antwort der modernen jüdischen Theologie aus diese Zeitfrage als eine durchaus richtige, sachgemäße, auf Geschichte und wissenschaftliche ForschwWI ruhende anzufchen und anzuerkennen ist. Und so haben wir denn aus dem eine» Falle die Erkenntnis gewonnen, die für das ganze jüdische Gesetz Geltung hat, dast das Judentum eine Religion der Entwickelung sei, und daß ebenso wie ESraS Erschwerungen auch der Standpunkt der modernen jüdischen Theologie seine vollkommene Berechtigung lsat. Ja, ein belebender Hauch wird trotz aller Rückschritte über die Gefilde Israels und der Menschheit dahinziehen und für das reine geläuterte Judentum wird die Zeit kommen, in der ihn« von innen und außen die Anerkennung zu Teil werden wird, die ihm gebührt: „Ja er kommt der helle Tag, Wenn er lang auch zögern mag. Mit der Morgenröte Schwingen Wird er zu den Völkern dringen, Arier und Semiten Einigen zu höherem Dritten, Denn in der Liebe heiligem Reich Ist der Mensch dem Menschen gleich." Kämpfe um den „Iüyrer der Irrenden" des Maimonides*). Bon Rabbiner Dr. Leopold Stein. Um den Tod Maimonides, der im Jahre 1204 erfolgte, klagte, wie einst um den Tod MoseS, ganz Israel; man rief: „die BundeSlade Gottes ist weg« genommen* und Ströme von Tränen stoffen im Morgen- und Abendland um den Ausführliches hierüber in den „Jahrbüchern für jüdische Geschichte und LiteraMr* von Dr. R. Brüll, 11. Jahrgang, S. 1—34: „Die Polemik für und gegen Maimonides im drei- .zehnten' Jahrhundert".