Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1904)
- Date
- 1904-12-01
- Page
- Seite 267 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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wir angehören, eine Anschauung, die heute bei de» modernen Huden allgemein worden und argen die ein Widerspruch sich wohl kaum erheben dürste. Und' der Tat, in der Trennung des National-Politischen vom Religiös-Ethischen ist Wesen, ist daS Prinzip des modernen Judentums deutlich ausgesprochen, wie ganz besonders bei Behandlung der Mischehefrage klar hervortrith zu der daS Hui zu allen Zeiten, wie wir sehen werden, Stellung zu nehme» genötigt n«tt, ehe wir in die geschichtliche Behandlung dieser Zeitfrage eintreten, wollen wir her es ausdrücklich betonen, daß die Mischehe im Allgemeinen nicht zu wünschen denn Streit und Zank zwischen Angehörigen verschiedener ReligionSgenossenschch bleiben bei derselben nicht aus, weil hohe Bildung, feiner Takt und guter WüW sich vereinen müssen um den gegebenen Gegensätzen die Schärfe zu nehmen, die sogar selbst innerhalb unserer eigene» Glaubensgemeinde hei stark abwei religiösen Ansichten hervortreten und sich fühlbar machen. So hat beispielSi die geringe religiöse Verschiedenheit, welche zwischen den askenasischen und sepl dischen Juden besteht» Heiraten zwischen ihnen bis in die Mitte des 19. Jahrl fast ganz verhindert, die erst in unserer Zeit häufiger geworden, lange in andere» Kreisen noch im Großen und Ganzen das Dognv in der Religion im Gegensätze zum Human-Ethischen nicht nur theo betont, sondern auch praktisch betätigt wird, sollten wir Juden .s» um das Gleichgewicht zu erhalten nicht einseitig und voreilig voranschreiten nicht zu frühzeitig abrüsten, während die Anderen noch ' in Waffen starren. Al eS geht darum doch auch nicht an, daß wir zu solch' wichtigen, tief in daS deS Judentams eingreifenden Zeitfragen, wie die statistischen Zahlen besonders Westeuropa darthun, mit national religiöser Entrüstung uns einfach ablehnend halten. Wir müssen denselben vielmehr trotzdem unbefangen näher treten, sie Lichte der Wissenschaft und Geschichte betrachten und prüfen und den Standpi des Judentums zu denselben kennzeichnen und festlegen, unbekümmert dämm, ob theoretische» Resultate einer solchen Erforschung sich jetzt schon auch praktisch betätiget lassen oder nicht. Wir beginnen in der Schilderung der Mischehefrage mit Bibel und zwar mit dem Zeitpunkte, wo die Religion der Familie sich zur Reli eines i Volkes auszuweiten und zu entioickeln begann. Joseph hatte ASnat, Tochter eires ägyptischen Götzenpriesters zur Frau und die Namen seiner Ephraim und Manasse sprachen die Juden mit Andacht und Weihe aus, wenn am Freitag Abend die Hände segnend über ihre Kinder breiteten. Mose, unübertroßene Prophet, der eigentliche Begründer unserer Religion, zu dem. alle mit Bewunderung und Verehrung aufblicken, heiratete Zippora die deS Midjanitischen Götzenpriesters Jetro und später eine Kuschitin.^wenn auch Schwester Mirjam und sein Bruder Aron darüber sehr ungehalten waren. Si in dir Richterzeit heiratete zweimal philistäische Mädchen. Seine Eltem etl zwar dagegen Einwand und wünschten, daß er lieber eine Anverwandte oder