Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1904)
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 263 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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— 263 —' der kaufmännischen, wie juristischen Welt stets hohe Beachtung gefunden; Reichsgericht bediente sich ihrer oft bei seinen Entscheidungen. Holdheim starb 57. Jahre. Er >var 16 Jahre Stadtverordneter in Frankfurt und ebensola Vertreter Frankfurts im Kommunallandtag. Seine große Bescheidenheit Herzetisgüte und sei» großes Wissen haben ihm überall Freunde und Verehrer schafft. Sein Tod wird in Frankfurt a- M. wie auch in Berlin, wo er als der zweite > des sel. Rabbiners Dr. Samuel Holdheim geboren war und viele Beziehungen U«t hielt, sehr betrauert. Ehre seinem Andenken! — Dr. S. Hahudah hat einen als Dozent an die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Herli» halten. Dr. Iahydah entstammt einer sehr alten und vornehmen Familie Bag — Der erste Abschnitt der Bagdadbahn der Strecke Kvnia-Eregli-Burgurlu ist zu vollendet. Das rollende Material und die Maschine», die aus deutschen französischen Fabriken stamme», treffen bereits ei». Das Personal für den Bet wird von der An^tolischeit Bahn gestellt — Die dankenswerte Schöpfung der Berliner Bne-Brit-Logen, die jüdische Toynbeehalle, ist am 12. Oktober feie eingeweiht worden. Die Eröffnungsrede hielt Herr Dr. Gustav Karpeles. erörterte das moverne Bildungsstreben und die Idee der Wohltätigkeit im Bur mit der Belehrung, vom Standpunkt des Judentums, sodann wllrde geschildert, i welche Weise in der Toynbeehalle das Streben nach Bildung zur Ausführung langen soll. — In Budapest starb am 25. Oktober der Präsident der isroelit orthodoxen Duralführungskommission Leopold Kpst?- Jahrzehntelang war er rabbiner in Abanj-SzüntO. — Wie das zionistische Aktionskomitee bekannt j findet der nächste, siebente Zionistenkongreß vom 16. bis 19. Mai 1905 in statt. In hebräische» Zeitnngen wird als wahrscheinlicher Leiter des Kon< und Führer de« diplomatischen Teiles der Bewegung Dr. Max Nordau in bezeichnet. — E » Mitarbeiter des in Warschau erscheinenden „Hazofeh" hatte kür in Marienbad mit der durch ihre Bestrebungen zur Verbreitung der Friedens weit bekannten Frau Baronin von Suttner, Verfasserin des dem Friedensge gewidmeten Werkes „Die Waffen nieder!", eine längere Unterredung. Wir nehmen den interessante» Mitteilungen des genannten Korrespondenten die folg« bemerkenswerte Äußerung der Baronin, betreffend die Judenfrage nnd ihre Löst „Wir Friedensfreunde", sagte Fran von Suttner," streben nicht nur nach eii Völkersrieden im engeren Sinne, sonder» auch nach dem Frieden der Konfkssi und der Nassen. Wir verdammen jedes Haß- und Rachegefühl, einerlei in Form es in die Erscheinung tritt. Der Haß der Völker gegen die Inden birgt sich viele Sprengstoffe, die bei der leisesten Berührung und Reibung expl« und Verheerungen auf allen Gebieten, der menschliche» Kultur anrichten. Die müßten es verstehen und schließlich werden sie es auch begreifen lernen, daß und allein auf dem Wege des Friedens, durch Eintracht und Einigkeit, durch breitnng von Wissenschaft und Aufklärung, sowie durch den Sinn für Recht t