Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1904)
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 264 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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; Gerechtigkeit, die für Völker und Klassen unheilbringenden Mängel der menschlichen ' Gesellschaft beseitigt werden können . . . Solange es noch eine Gemeinschaft auf > Erden gibt, die vogelfrei nnd aller Menschenrechte beraubt ist, solange noch Menschen I heimatlos umherirren, gleichsam zwischen Himmel und Erde schwebend, wie die . Juden des Ostens, solange wird kein Friede auf Erden sein, denn das Gewissen, l das menschliche Gerechtigkeitsgefühl wird stets entrüstet, dagegen stürmischen Protest : erheben . . . Die Losung der Jndenfrage — ich spreche von der wahren, endgjltigen, — wird und kann nur die Folge der Lösung der allgemeinen Völkerfrage der Gegenwart sein. Denn alle Bestrebungen zur Lösung der Völkerfrage, alle Bemühungen zur Hebung des Kulturzustandes der Menschheit, dienen auch unmittelbar zur Lösung der Jndenfrage. Letztere wird ihre eudgiltige Lösung nur in derjenigen menschlichen Gesellschaft finden, in der -liecht und Gerechtigkeit die herrschenden Prinzipien sein werden." -- In Krems ist am 2. Oktober der dortige Rabbiner Dr. David Weiß, der auch Seelsorger der k. k. Strafanstalt Stein und Mitglied des Bezirksschulrats war, im 81. Lebensjahre gestorben Derselbe hatte in Krems 24 Jahre segensreich gewirkt. — In Hrünn wnrde Herr Dr. Ludwig gwi) aus Breslau zum Rabbiner der israelitischen Gemeinde gewählt. Der neue Rabbiner ist 1881 geboren, stammt aus dem Elsaß und hat das Breslauer Rabbinerseminar absolviert. — Auf dem Religiousgeschichtlicheu Kongreß, der jüngst in Zasel abgehalten wurde, hielt Dr. Emil Uolrnbnum aus Paris einen Vortrag über die „Lage und Beschaffenheit des heiligen Tempels in Jerusalem zur Zeit des Herodes". Der Vortrag fand den-4slch^steu^Beifatt der Fachgenossen. Redner hatte nach den Angaben der Mischuah und der Kommentare einen Grundriß des heiligen Tempels in Jerusalem gezeichnet, den er in anderthalbstüudigem Vortrage eingehend erläuterte, indem er die zahlreichen Zuhörer zu fesseln verstand. Lebhafter Beifall belohnte den Redner für seine hochinteressanten Ausführungen. — Dein Bericht des Hilfskommitees für jüdische Auswanderer in Sasel vom II). Juli 1902 bis 1. Juli 1904 entnehmen wir: Es kamen zur Verteilung 40>0 Pfund Fleisch- und Wurstwaaren, 7270 Pfund Brot, 2920 Liter Milch 3000 Büchsen Sardinen. Die Versorgung. ^Sortierung und Abgabe der Kleider, die viele Arbeit au der Bahn, machte die .Anstellung eines Beamten notwendig. Zur Erledigung der verschiedensten Fragen und Geschäfte wurden in der Berichtszeit 47 Koiumiteesitzungeu abgehalten. Über den l Umfang der zu erledigenden Agenten sei hier erwähnt, daß 742 Briefe und Telegramme ] eingegangen, und fast ebensoviele durch beit Präsidenten oder den Sekretär versandt worden sind. An Zuwendungen in Baar erhielten wir Franken 18480.95 Cts. und gaben für j Verpflegung, Unterstützung und den damit verbundenen allgemeinen Unkosten des -Komitees für 10331 Auswanderer Frs. 15180.90 Cts., gleich Frs. l.47. pro Person aus. Inhalt: Leo Tolstoi und Bertha von Suttner. — Mainwnides. — Ein neuer Gottesdienst in Frankfurt a. M. — Ein Gang durch den alten jüdischen Friedhof in Prag. — Monutsschau. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Dt. Adolf Brüll; Für den Inseratenteil verantwortlich: Moriz Jlaac & Co., Annoncen-Bureau; Druck von H. L. Brönner's Drückern (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.