Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1904)
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 262 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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betätigen. — In Derlin sprach im Verein für jüdische Geschichte und Literatur Herr Rabbiner Dr. Dogelstem-Stettin über die Inquisition in Spanien und Portugal. In anschaulicher Weise entrollte er die Schrecken der Inquisition, die unsere Glaubensgenossen in Spanien lind Portugal zu erdulden hatten. Er schilderte, wie die zahlreichen zwangsweise zun« katholischen Glaube» übergesährten sog. Marannen Heimlich mit ihren früheren Religionsgenossen verbunden blieben, wie sie die Liebe »|4um Judentume sich doch «licht aus dem Herren reißen ließen und die religiösen . Gebräuche uuter den größten Schivierigkeiten «veiter übten, lim die Mitte des 14. Jahrhunderts «vurden durch einen Cortez-Bcschluß die Inquisition, «aiiotum yffficium genannt, angeblich ..zur größeren Ehre Gottes und der Kirche", eingeführt. ^Dieselbe richtete sich hauptsächlich gegen die Marannen, die man als Apostaten und jndaisiereude Ketzer bezeichnete. Peter Arbnes nnd Thomas Tvrqnemada «varen die frsten Großinquisitoren, die ihr Amt mit ungewöhnlicher Strenge handhabte». Am jß. Januar 1481 fand das erste Glaubcnsschauspiel, Autodafs genannt, statt, und pon da an tat der Scheiterhaufen feine Schuldigkeit. So «vütete die Inquisition bald 200 Jahre und brachte das einst so blühende Land dein Untergang nahe. Die nach den Niederlanden gestüchtete» Marannen nahmen freudig ihren alten!Glauben wieder an. Diese Glanbenstrene soll auch uns, «vie der Vortragende ausführte, in der Liebe zum angestainnlten Glauben stärken und festigen, soll uns ein Ansporn sein, de» noch heute um ihres Glaubens willen hart leidenden Brüdern Hilfreich beizustehen. Das sei, um das Wort auch einmal in gutem Sinne anzujiufitbfit, unser „samtum officium!“ — Die „Freie Volksbühne" in Serlin bereitet Icine Uraufführung von den „Juden" von Hschirikoff vor. Der russische Dichter ist r ials Dramatiker bisher dem deutsche» Publikum unbekannt; sein Werk, das sich ans dem Hintergründe der Metzeleien von Kischinew aufbaut, ivurde erst einmal privatim i j von jüdische» Studenten ans Rußland ausgesührt, und z>var a» den« Tage, da Graf Büloiv das Wort von den „Schnorrern nnd Verschwörern" prägte- — Ein Grabl denkmal für die Baronin von Eohn-Gppenheim ist auf dem israelitischen Friedhof! in Dessau zur Ausführung gelangt. Das Denkmal besteht aus einer etwa 2'/s 'I Meter hohen, nach einem Entivurse des Professor Maffel Berlin in Fichtelgebirgs- > Dioritporphyr ausgesührten, prächtig stilisierten Urne. Die Vorderseite des kubischen j Sockels trägt auf einer Broncetafel die Inschrift: „Hier ruht die Asche Ihrer Excellenz der Frau Baronin Julie von Cohn-Oppenheim Ehrenbürgerin der Städte Dessau und Oranienbaum, geb. zu Berlin 5. November 1839, gest. daselbst 5. Janirar 1903. Sie «var die beste Tochter, die treueste Verwandte, eine edle Frau von starkem Geist!" — Am 7. Oktober starb in Frankfurt a. M. der Justizrat Dr. Paul Halbheit» Die Amvalte verloren in den« so früh Verstorbenen eine Zierde ihres Standes. Holdheim ivar, wie Staub, mit dem er eng befreundet «var, ei» Mann der Praxis, der es verstand, diese für die Wissenschaft zu verwerten. Die von ihm herallsgegebene „Monatsschrift für Bank- »nd Handelsrecht" hat in