Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1904)
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 261 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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261 aus allen Epochen der Geschichte des Landes — das alles zieht in Wort und MH) lebendig geschildert an dem Leser vorüber. Da sind gewaltige kyklopsche vorgeschichtlichen Ursprungs, Reste kanaanitischer Ansiedelungen, Synagogen, griechisches und römische Tempel, Theater und Säulengänge, Paläste arabischer Fürsten intfc feste Schlösser dev Kreuzfahrer, deren zum Teil höchst malerische Ruinen in zahlreichen, vortrefflichen Abbildungen nach neuen, von den Reisenden selber gefertigten Aufnahmen vorgesührt werden. Als ganz besonders geeignetes Terrain für Aus-, grabungen empfehlen die Herren Dr. Thiersch und Hölscher die Ebene Jisreel, deren Schntthügel! in ihrem Innern voraussichtlich die letzten Spuren der ältesten Kultur Palästinas bergen. Die tiefsten Schichten dieser palästinensischen Tells führen in die älteste kanaanitische Zeit zurück, deren Kultur zuerst unter babylonischem^ und später teilweise unter ägyptischem Einslnsie stand. Über diesen tiefsten Schichten^ liegen jüngere, deren Bauten meist eine sehr rohe und mangelhafte Technik zeigen^ Erst die griechisch-römischen Schichten bieten ein erfreuliches Bild. An der Ober* fläche treten dann vielfach spätrömisch-byzantiuijche Reste zutage; hänsig aber sind.^ auch diese noch durch mittelalterlich-arabische Schuttmasseu überdeckt. Da die Ausgrabung, welche die Wiener Akademie ebenfalls in der Jisreel-Ebene, in Taannuk,^ veranstaltete, jo wertvolle Ergebnisse geliefert hat, kann man sich von weiteren^ Untersuchungen auf diesem Gebiete wichtige Ausschlüsse über die vorisraelitisches Geschichte Palästinas versprechen. Zunächst freilich hat sich die Gesellschaft emsH andere Aufgabe gestellt: Sie will die zahlreichen Synagogenruinen in Galiläa, dieD aus römischer Zeit stammen, erforschen lassen. Ter Stil dieser Synagogen ist im^ allgemeinen der römische jener Zeit, doch fehlen nicht gewisse provinzielle spezifisch jüdisches Eigentümlichkeiten; sehr beachtenswert ist die häufige Verwendung bildlichen Schmucks an diesen Bauten. Schon die kurze Rekognoszierungsreise durch das Land hat emc| Anzahl von Einzelfnndeu ergebet!, welche in dem Berichte zum Teil abgebildet sind. Bor dem berühmten Geiger Josef Joachim hatte jüngst der zwölfjährige Virtuos Michel Elmann aus Stalnojr (Gvnv. Kien') gespielt. Elmau ist der Sohn eine armen jüdischen Schullehrers, der ihm den ersten Unterricht im Gergenspiel erteiltes Später kam der junge Künstler in die kaiserliche Musikschule nach Odessa, da« nach Petersburg,!vo er Schüler von Prof. Auer wurde. Was für Künstler dv noch in der Tiefe bei den russischen Juden schlummern müssen; Hubermann, Paulas Szalik und jetzt Elmann! — Am 16. November beging Herrn Jonas Wert das langjährige Vorstandsmitglied des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. das Fest seines achtzigsten Geburtstages. Es wurden dem auch aus dem Gebiete Wohltätigkeit hochverdienten Mar ne viele Zeichen ehrender Teilnahme und Anerkenn zu Teil. Die Fortschrittspartei ehrte den Jubilar durch Entsendung einer Deputate mit Adresse. Eine Deputation des Mendelssohn-Vereins druckte den Dank desselh für seine hingehende segensvolle Wirksamkeit aus. Möge es Herrn Jonas Wertheü gegönnt sein, noch lange sein edles Streben und Wirken im Dienste des Guten