Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-11-01 · Heft 11 (1.11.1904) · p. Seite 257

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 11 (1.11.1904)
Date
1904-11-01
Page
Seite 257 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2969669-2969988-2970000--7436-2978122
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

- 257 - Psalmen hin. Wir iverden ans diesen Bortrag noch zurück zu kommen Gelegenheit hirbem — Zu Königsberg fand am 16 Oktober die feierliche Einweihung der Dr. Kaphael Kofch- Waisenerstehungsanstalt statt. — Am 3. Oktober feierte in Alzey die israelitische Gemeind« das 50 jährige Bestehen der Synagoge. Eingeleitet wurde die Feier morgens durch einen Festgottesdienst, den der Synagogenchor durch die beide« Lieder: «Die Himmel rühmen" und „Hoch tut Euch auf" in würdiger Weise verherrlichen half. Herr Rabbiner Dr. Levi weihte in einer meisterhaften Rede das renovierte Gotteshaus aufs neue. Ai» Abend fand in de» festlich dekorierte» Räumen des Saalbaues ein Festkommers verbunden mit einer AbschiedSfeicr z« Ehren des scheidenden Rabbiners Herrn Dr. Levi statt. Die ganze Feier verlief anfs glänzendste. — Herr Rabbiner Dr. Kopfstein-Zeuthen hat kürzlich aas Lipiue einen anonymen Drohbrief des Inhalts erhalten, man werde ihn von der Kanzel hernnterschießen, wen» er noch ei» einziges Mal von der Orgel eine Rede halten werde. Eine Anzahl strenggläubiger Juden sind erbittert darüber, daß ei«r Jj Orgel in der Synagoge Ausstellung gesunde» hat. Der Drohbrief ist der Staats»- anwaltschaft übergeben worden. — Am 22. Oktober starb in Essen der frühere | Seminarlehrer zu Münster A. Treu im Alter voin?6 Jahre» Er war auch als Schriftsteller weiteren Kreisen bekannt geioorden. — Ein Mitarbeiter der „Neuen Freien Presse" hat in Norderyey die Bekanntschaft des Dr. v. Rotte«b«rg gemacht, der jetzt Kurator der Universität Bonn ist und einstmals Chef der Reichs» | kanzlei unter dem Fürsten Bismarck war. Wir entnehmen den Mitteilungen Dr. | v. Rottenburgs einen Abschnitt, der jetzt, da man in Köln dem Dichter Heine bie j Ehre weigert eine Straße nach ihm zu benenne», von aktueller Bedeutung ist: -j „Die große Masse," äußerte sich Rottenburg, „hat eine einseitige Vorstellung vom; Fürsten Bismarck. Sie sehen in ihm nur den Mann von Eisen. Ebenso sehr war. | er aber auch ein Mann von feinster universellster Bildung, wie ich sie niemals bei einem anderen Menschen angetroffen habe in gleich hohem Grade. Und wie vor» I urteilslos konnte der Fürst fein! In der Zeit als der Streit über das Heiae- Denkmal in Deutschland tobte, wendete sich die Kaiserin Elisabeth von Österreich an den Fürsten Bismarck mit der Bitte, seinen Einfluß dahin geltend zu mache«, daß das Denkmal in Heine's Vaterstadt Düsseldorf errichtet würde. Die Majorität des Düsseldorfer Stadtrates, aus klerikalen Zentrumsleuten bestehend, hatte ihr Votum gegen das Denkmal abgegeben. Ei» Mitglied dieser Mehrheit übersandte dem Fürsten Bismarck eine anonym verfaßte Denkschrift, in welcher der Protest" gegen d«s Heine-Denkmal des langen und breiten motiviert war. Der Fürst itä Rottcnburg dieses Memorandum dnrchzulesen, und dieser trug ihm dann die wefruk-. lichsten Punkte desselben vor. Man klagte den Dichter an, daß er von Hohen» zollerns Aar gesagt, es möchten ihm die Nägel beschnitten werden, da er soviel^ zusammengerafft hätte. Da mthüe Bismarck: „Hat. denn Heine so unrecht gehabt?^ Können! wir leugnen, daß der Rechtstitel Friedrich des Großen auf Schlesien yiAM

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.