Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1904)
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 256 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Hörerschaft am folgendes Abend veranstalteter solenner Festkommers. — Der im Frühjahr dieses Jahr begründete Verband der deutschen Juden hat, ivie wir bereits vor kurzem gemeldet, dein Kultusminister eine Petition in Angelegenheit des bevorstehenden Schulgesetz-Entzvnrfes überreicht. Unter voller Währung de? grundsätzlichen Standpunktes der paritäjischen Schule» wird darin der Minister aufgesordert, bei Ausgestaltung der kvufelssionelleii Schulen die Gleichberechtigung des israelitischen Religionsbekenntnisses zu wahren und dies in eingehender Weise ausgeführt. Ebenso hat der Verband bei dem Hündelsminister und einer Reihe hervorragender Parlamentarier Schritte getan, um bei der beabsichtigte» gesetzlichen Regelung der kommunalen Schlachthäuser jede,,' Eingriff in die verfassungsmäßige Geivissensfreiheit der orthodoxen Israeliten ditirch .Verbieten des Schächteus künftighin zu verhindern. — Der aus einem längst empfundenen sozialen Bedürfnis hervorgegangene humanitäre Verein, Israelitisches Lehrerinnenheim Berlin, hat feit seiner Begründung vor sechs Jahren einen erstannlich rasche» Aufschivung und Erfolg gezeitigt. Der edle Zweck •/ desselben, würdigen alleilsstehenden, gealterten Lehrerinnen und Erzieherinnen, die in langer privativer Wirksamkeit keine staatliche Versorgung erreichen konnten, ein sorgenfreies lebenslängliches Altersheim zu schaffen, hat einen freundlichen Anklang bei allen Menschenfreunden gesunden. Dank der regen Teilnahme vieler edler Gönner und ihrer Stiftupgeii, sowie der Jahresbeiträge der außerordentlichen und ordentlichen Mitglieder i^ vor einem Jahre, das in behaglichem Villenstiel erbaute Heimathaus für israelitische Lehrerinnen in GroßLichterfelde W., Karlstr. 112 a, seiner Bestimmung übergebe» ivorden. — Das dem Hanse angegliederte Erholungs- _ heim für noch aktive, erholungsbedürftige Lehrerinnen zu vorübergehendem Aufenthalt, erfreut sich des Zuspruchs vieler Damen Den gegemvärtigen Mitteln entsprechend haben bereits 14 Damen in der musterhaft geleiteten und organisierten Anstalt Ausnahme gesunden. Airs allen Teilen des deutsche» Reichs gehe» Gesuche der Aspirantinnen ein. Es bedarf jedoch noch sehr verstärkter Mittel, den vielen Ansuchenden die lebenslängliche Versorgung im Heim zu ermögliche». Zur Zeit bestehen bereits Ortsgruppen in Frankfurt a. M.» Hannover, Königsberg i. Pr., Grätz, Stettin und Leipzig und wohlwollende Glanbensgenvsse», welche dazu beitragen wollen, den jüdischen Lehrerinnen und Erzieherinnen einen ruhigen, sorgenfreien Lebensabend zy. bereiten^ sowie Lehrerinnen und Erzieherinnen, die für sich die aktive Mitgliedschaft erwerben wollen, werden gebeten, sich diesen Ortsgruppen anzuschließen oder sich, wo solche nicht vorhanden sind, au die Berliner Vereinsleitung, Geheimrat Dr. Wiesenthül A»t Karlsbad 4, zu wenden. — Der Großkaufmann James Simon Mitchef der Tuch-E»groH-Firina Gebrüder Simon Serlin erhielt anläßlich der Einweihung des Kaiser Friedrich-Museums den Wilhelmsorden. — Professor Friedrich Delitzsch hielt in Köln und Frankfurt a.W. einen Schlußvortrag über „Babel und Bibel". Et suchte zu zeigen, daß die Babylonier ein gottsuchendes Volk waren, und wies auf die Ähnlichkeit der babylonischen und alttestamentarischen iiättuÜIIHili MM-.