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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-10-01 · Heft 10 (1.10.1904) · p. Seite 237

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 10 (1.10.1904)
Date
1904-10-01
Page
Seite 237 (sequence 23)
Language
German
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— 237 — Bauformen/ mit der Kanzel des Rabbiners und einer Galerie, von der herab die Frauen ihren dunklen Augen auf die zu ihren Füßen betenden Männer hernieder» schauen. Nur der von einem christlichen Gärtner bestellte Synagogengarten, durch dessen Blätter und Ranken die Sonne glitzerte, milderte den Ton herber Schwermut, der über dem Ganzen lag. — Professor Dr. Alois Wuül in Glmiih, der Entdecker deS Kalifen chlosses Anna, sendet an die Akademie der Wissenschaften eine von ihm ausgcarbeit, te, ausführliche Karte dieses Landes überhaupt, und zeigt die bevorstehende Ausgabe e nes topographischen Werkes über dieses wenig bekannte und doch so interessante j@ebiet an. Professor Musil hat dieses unwirtliche Land in den Jahren 1896, 1897, I960, 1901 und l‘J02 bereist und es gibt kaum ein Tal oder eitle Ruine daselbst, welche er nicht kennt. Natur und Menschen kommen dort dem Wanderer gleich feindselig entgegen. Oben auf dem Plateau der Hochebene in einer Höhe von mehr als 1500 Meter friert man in der Nacht, andererseits gibt es Niederungen, 395 Meter unter dem Spiegel des mittelländischen Meeres, wo die Temperatur bis auf 56 Grad Celsius in der Sonne steigt. Die großen Karawane»' r t straßen sind Jahren europäische Reisende ausgeraubt oder ermordet. „Aber wen» man erst die Karawanenf ausgestoßenen, kleinen Räuberstämmen durchstreiften Gebiete hineinwagt und sie nich^ i durchreisen, sich selbst a igewiesen." Unter solche» Umständen weiß selbst der Eingeborene nur einen Rat, „Junger B Gefährten! nämlich den, welchen die Worte des folgenden Liedes wiedergeben: ann, o der du die Lanze schwingest, Ganz allein bist du, hast keinen, — Die Lebenstage haben jedoch eine eng begrenzte Dauer. Gib eivev Fußtritt dem Tode und — vorwärts!" Dieses Land ist es, das Professor Musil nett entdeckt hat. Denn mächtiges.Reich, das in heftigen Kriegen mit den Israeliten seine Unabhängigkeit verlor. Vo Wichtigkeit Spuren der Identität Dinge nach noch verhältnismäßig sicher und doch wurden dort noch in den letzte» raße verläßt," sagt Professor Musil, „und sich in die öden, von wilden, i sondern durchforschen will, so ist man wahrhaftig nur auf Allah und hat, wodurch er der Geschichtsforschung einen wesentlichen Dienst geleistet einst war Edom (Jdumäa), die südliche Fortsetzung von Palästina, ei« alomos Flotte nach Ophir. Später wurde das Land zu Arabien ge« Kreuzfahrer setzten sich dort fest. Ganz verfiel es erst, da es seiae als Verbindungsstraße zwischen Ägtipte», Phönicien, Damaskus einerseits 1 an dein edomitischer Hafen Ezeongeber ging Der große Herodes war ein Jdumäer. rechnet, die und Südarnbicn, Indien, Ostafrika andererseits verlor. Professor Musil ist deä Vergangenheit nachgegangen und wird in seinem Werke namentlich die zahlreicher in der Geschichte verschieden bezeichneier Orte, Flüsse mütf hweisen — Der Direktor des Windsortheaters in Uew-Aork Herr M> Haurwih weilt seit einigen Wochen in Wien, um ein Operetten-Ensemble für sei«! Unternehmen zu gewinnen. Das Publikum New-Iorks wird ihm dankbar sein,- daß " er eine zwei te Oper etabliert und ermöglicht, zu billigeren Preisen als im Metro« politan-Opepnhaus gute musikalische Darbietungen zu hören. Unter den engagierte»; ■Jk^

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