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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-10-01 · Heft 10 (1.10.1904) · p. Seite 236

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 10 (1.10.1904)
Date
1904-10-01
Page
Seite 236 (sequence 22)
Language
German
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'' •' -. -^M-artriiafea;i^jjj|M||(-rfjmiüiüfiüfi ■ »ollen zu behandeln und besonders, das Los der unteren elenden jüdischen Kreise zu verbessern. Mit Güte erreicht man glückliche Resultate “ — Bei der Juden- Hetze i« Smjela (Gouvernenent Kiew), sind, wie bereits gemeldet wurde, nicht weniger alS 98 Häuser und 1 i2 Lai en, die Juden gehi-rten, zerstört worden. Die Gemeinde von Smjela ist dadurch in große! > Elend versetzt. Die Alliance Jsravlite Universelle hat zur Be» -streituiigderdringeiistei,Anforderungen deniGrundeigeiitümervonSmjela.Tenator Grafen Alexis Bobrinsky, 5000 Fjc. übermittelt. Graf Bobrinsky ist als Wohltäter der Juden Dkannt.—Der Kaiservon Rußland hat auf Vorschlag des Unterrichtsministers dem Wilnaer hebräischen Schriftsteller B. Kätner für seine auf dem Gebiete der Geschichte der lden und besonders für seine jüngste kritische Arbeit über den „Talmud Jcruschalmi" die goldene Medaille mit!dem Stanislausordensband verliehe«» — Über die Juden in Ehalris, der Hauptjtaist der griechischen Halbinsel Euböä, plaudert Paul Elsner in der „Schl. Ztg.": Interessant wär ein Gang durch das nördlich von Kastro gelegene Quartier der Indes«, die hier zumeist, gleich den von Saloniki, spanischen Ursprunges sind Unweit! der Euriposbrücke zieht sich die Odos Kotzou, die Juden» straße» bis zur „Gigantenstraße" mit Trümmern eines großen Bauiverkes aus venetianischer Zeit empor. Das mächtige, zur Zeit der Türkenherrschaft hier aufragende und des Abends geschlossene Tor des Ghetto ist seit langen Jahren gesunken. Bon warmem Sounengolde Ulstsponnen, liege» die häufig von liebevoll gepflegten blühenden Nelken umstrahlten Däuser jetzt frei im Lichte des Tages. Denn auch die hohen Mauern, die früher Lust, und Sonuenglanz den Zutritt ivehrten, find seit langem gefallen. Bo» den Schildern der Läden grüßten bekannte Namen wie Israel, Lewy, Cohn, Isaak nieder. Ich bestellte mir. im „Napheneion" des Ghetto eine Tasse Kaffee, die mir eine kleine schwarzhaarige Frau dienstfertig brachte. Vor dem Laden des Schlächters mit den »ach jüdischem Ritus geschlachteten Schafe» saß der Rabbiner der Gemeinde, der offenbar aus der Türkei stammte, da er über langen, roten Unterkleidern einen schwarzen Kaftan trug. Unter dem roten, von einem schwarzen Bande umwundenen Turban schauten graue Augen, ohne zu zucken, in das Goldlicht der Sonne, das verklärend auf seiner regungslosen Gestalt lag Bon einem eben» falls aus hellblauen Au^en blickenden Kaufmann, der in der Türe seines Geschäftes „Hermes" lehnt, des Herrn Samuel Hahanaki, erfuhr ich, daß der Rabbiner aus Babylon stamme, daß ejc verwitwet sei und seit Jahresfrist für ein Monatsgehalt von 120 Drachmen seine Pflichten zur Zufriedenheit der Gemeinde erfülle. Da er außer arabisch, türkisch und hebräisch keine andere Sprache kannte, mußte ich es mir versagen, mit ihm ei» Gespräch anzutnüpsen. Der Kaufmann erzählte mir dagegen mancherlei aus dem Leben der Gemeinde, von seinem Geschäfte, einem Kurzwaren-. Handel, der ihm nur geringen Gewinn abwerfe. Bon seinem Vater, der mit Seide ttß> Baumwolle gehande t, stamme das Vermögen der Familie, die mehrere Häuser im Ghetto besaß. Der freundliche Man», Mitglied des Gemeinderates, führte mich auch zur Synagoge, eine n niedrigen, hellgrauen Gebäude von schweren, gedrungeneu

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