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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-10-01 · Heft 10 (1.10.1904) · p. Seite 235

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 10 (1.10.1904)
Date
1904-10-01
Page
Seite 235 (sequence 21)
Language
German
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235 Friedländer findet man auch für Kleinasien, Griechenland, die Inseln, Mazedonien äußerst interessante, die Statistik der Juden betreffende Mitteilungen. — Der ehemalige Unterrichtsminister und Abgeordnete K. Papamichalopoulus, der gegenwärtig verschiedene Gegenden Kleinasiens und Palästinas bereist, sendet der in Athen erscheinenden Zeitung „Athinae" einen Bericht über die „Doppelbüste von MoseS und Aron", die sich i» dem kürzlich gegründeten Museum der „Theologischen Schale des Kreuzes" in Jerusalem befindet. Die Büste ist in der äußeren Form de» Doppelhermen der griechigen Kunst ähnlich und wurde seinerzeit zwecks bequemerer Beförderung an ihren gegenwärtigen Aufenthaltsort in mehrere Stücke zerschnitten, die aber leicht wieder znsammenzupassen sind. Die linke Hälfte der Büste, die den Kopf des Moses darstellen soll, ist 0,39 Meter hoch; die rechte Hälfte mit der Darstellung des Kopfes des Aron ist 0,47 Meter hock. Beide Figuren zeige« unverkennbar den echten Typus der israelitischen Rasse: das längliche Gesicht, die gebogene Nase, den herabfallenden Bart, das lange Haar, wohlgepflegt und a» den Schläfer gewellt, den scharfen Blick; zugleich aber verleiht der milde Ernste die ruhige Erhabenheit, die sich in den Gesichtern der beiden Personen ausspricht, dem Kunstwerk einen hervorragenden Charakter. Das Kunstwerk wurde um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, 4 Meter unter der Erde, auf dem Grund vor der jetziges Metropole von Nazareth gefunden, und zwar zusammen mit einer Reihe anderer archäologischer Funde, wie Säulen und Kapitale. Aus dem Platze stand früher ein von Jnstinian erbauter Tempel, der die Stelle der alten berühmten jüdische» Synagoge einnahm, wo nach der Überlieferung Christus gelehrt hätte und von des ergrimmten Juden verjagt worden wäre. Einigermaßen schwieriger ist nun die Frage nach der Herkunft dieser Reliefbüsten. Gegenüber der Behauptung einiger Gelehrten, daß sie eine moderne Fälschung seien, muß auf die Fundumstände »ad ' darauf hingeviesen werden, daß sie zusammen mit anderen antiken Gegenständen ans Licht kamen. Daß in türkischer oder arabischer Zeit die Kunstübung in Palästma noch geblüht haben soll, ist schwerlich anzunehmen. Dagegen wissen wir, daß seit dem dritten Jahrhundert n- Ehr. die griechische Kunst in Blüte stand, deren Überreste noch heute in Hcliopolis (Baalbek) und Gerasa, Petea rc. sichtbar. Daß ei» Jude selbst die beide» Porträts geformt habe, in Übertretung des göttlichen Gebotes, kein Bildnis »och Gleichnis zu machen, ist unwahrscheinlich, wenn auch nicht ganz unmöglich. — Fürst Mirski Zwjatopolb, der Nachfolger des ermordeten Plewe welcher als ympatische . Persönlichkeit von liberaler Gesinnung geschildert wird, äußerte sich in bezug auf die Behandlung der Juden folgendermaßen: „Ich biss ein Feind aller religiösen Verfolgungen und jedes Gewissenszwanges. Alle Einwohaer im Reiche sollen ihren. Kultus frei auSüben dürfen. Ich bin auch kein Feind der Juden, doch kpnnen ihnen alle Freiheiten, wie den Orthodoxen, nicht bewilligt werde», denn wenn wir ihnen die absolute Freiheit geben ivürden, so könnten sie rasch eise zu große Bedeutung erlangen Vorläufig bin ich entschlossen, sie mit großem Wo^'

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