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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-10-01 · Heft 10 (1.10.1904) · p. Seite 234

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 10 (1.10.1904)
Date
1904-10-01
Page
Seite 234 (sequence 20)
Language
German
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834 allen ihrer Überzeugung wegen Verfolgten der vollste Schutz des Gesetzes zuteil. Zwei der Angeklagten hatten bloß die geringfügigen Gerichtskosten zu zahlen, «ährend die anderen beiden einfach entlassen wurden. — Man schreibt uns aus ' Amsterdam Ende dieses Wahres wird die an Seltenheiten so reiche Hebraica und Judaica Bibliothek des bekannten Bibliographen N. H Vau Kiema, durch die -Buchhandlung I. L. Joachsinsthal hier, gur1 Versteigerung komme». Der Catalog - umfaßt ungefähr 3700 Nutnmern. worunter circa 50 Handschriften, 300 Responsen, ^Inkunabeln und Postinkinfabeln. sowie Werke aus allen Zweigen der hebräischen lund jüdischen Literatur. Ohne Zweifel wird diese Versteigerung für die vielen Sammler auf diesem Gebiete von großem Interesse sein. — Die im Anschluß an einen Fund von Tongefäßsen angeregte Frage, ob es im alten Pompei Juden gegeben habe, rührt an die äroße, von Forschern eifrig betriebene Untersuchung über die Aufenthalts- und Wqhnvrte der Juden in Italien der klassischen Zeit. Die Anschriften geben in dieser ^Beziehung sehr wertvolle Aufschlüsse: eine derselben, die aus Capua stammt, - sie ist in den uJus. er. Regni Neap“ veröffentlicht — berichtet uns von einem Vorsteher einer jüdischen Synagoge daselbst. I» Puteoli, das als Ausfuhrhafen nach Alexandria diente, gab es viele Inden. In Pompei selbst hat man eine Inschrift. in welches von Zidsrtini" die Rede ist, auf die Juden gedeutet, weil sich diese Bezeichnung für die Juden auch sonst wiederholt findet; aber die Deutung l leibt unsicher. I» Rom selbst waren die Juden außerordentlich zahlreich: eine an Augnstus entsendete auswärtige jüdische Gesandschaft täge von 8000 römischen Inden. Die Juden besaßen in iger als sieben Synagoge» und eine ganze Reihe von dieser Friedhöfe sind eigentümlicher Weise griechisch, . . . Sehr bemerkenswert ist, daß kein einziges antikes Juden die Beschäftigung mit Handel bezeugt! Herzseld - der Juden im Altertume" und Friedländers berühmtes >er Sittengeschichte Roms" behandeln diese Tatsache, die für die Beurteilung des Judentums von Wichtigkeit mit großer Gründlichkeit. Bei Friedländer findet man auch eine wertvolle Zusammenstellung von Urteilen der alten römischen Schr ftsteller über ihre jüdischen Zeitgenossen. Ist es. nicht ganz unglaublich, daß Tncitus den Juden nachsagt, sie lehrten ihre Proselyten Geringschätzung der Eltern, Kinder und Geschwister! Senera verhöhnte die Juden wegen ihrer strengen Einhaltung des Sabbath und sagte, die Juden verlören durch ihren Sabbath ein Siebentel ihres Leben! Martial wiederum verspottet die Frauen, die den Sabbath feiern, wegen ihres „nüchternen Atems". Merkwürdigerweise waren übrigens gerade die römischen Frauen der Anziehungskraft des Judentums besonders ausgesetzt und unter ihnen fanden sich dann übraus zahlreiche Proselytinnen. . . . Außerhalb Italiens war die Zahl der Juden, die zum römischen Weltreiche gehörten, außerordentlich groß. In Egypten allein wohnte eine Million Juden. Bei erhielt in Rom eine Cort Rom übrigens nicht wen Friedhöfen: die Jnschrifte lateinisch, aber nie hebräisch Zeugnis für die römischen in seiner „Handelsgeschichb Werk „Darstellung aus

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