Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1904)
- Date
- 1904-10-01
- Page
- Seite 225 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Wonatsscharr. Man berichtet uns: Das von dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde und der Großloge U O. B. B. gemeinsam berufene Kuratorium für Herstellung eine- Gesamtarchivß für die Juden Deutschlands hat beschlossen, zunächst einen mit der hebräischen Sprache und der jüdischen Litteratur gründlich vertrauten jüdischen Fachmann mit Rundreisen durch die jüdischen Gemeinden Deutschlands zur Feststellung uud Prüfung des bei ihnen vorliegenden archivalischen Materials zu beauftragen.. Herr Archivs Dr. Zivier in Dich ist zu dieser Aufgabe vorgesehen. Der Beauftragte wird über jede Reise einen zusammenhängenden wissenschaftlichen Bericht erstatten. Auf Grund desselben soll die Sammlung oder Kopierung des archivalischen Stoffes für das Gesamtarchiv veranlaßt werden. Zugleich ist die Photographier««- der für die G eschichte des mittelalterlichen Judentums so bedeutsamen Memorbül^r beabsichtigt Das Kuratorium hat endlich beschlossen, einen jüngeren Historiker für den Posten des Archivars berufsmäßig ausbilden zu lassen. — In Kerlin starb a» 10. September der auf dem Gebiete der jüdischen Jugenderziehung zum Handwerk rühmlichst bekannte Maurermeister Markus Adler im 75. Lebensjahre. Die jetzige Generation der jüdischen Handwerker verdankt ihm ungemein viel. In der Organisatipn des Deutsch-Israelitischen Gemeindebuudes war er technischer Dezernent. Eine Schöpfung dieses Bundes ist die jüdische Arbeiterkolonie in Weißensee, die in Adler ihren eifrigsten Förderer verloren hat. Auch in städtischen Ehrendiensten war der'. Verstorbene jahrzehntelang tätig. Er bekleidete unter anderem das Amt eines Be-, zirksvorstehers und war auch langjähriges Mitglied der Einschätzungskommisfiov. — Bei der alljährlich stattfindenden Gedenkfeier des Kriegervereins am Kriegerdenkmal in Dülmen wurde vor dem ganzen Kriegervereine und vielen Bürgern der Stadt auch des am 13. März d. I. bei Owikokorero durch eine Hererokugel gefallet«« Regierungsbaumeisters und Leutnants der Reserve im Königlich bayrischen 3. Pionierbataillon, Josef Kendir, in ehrender Weise gedacht Am Denkmal war unter den NaMen der für Kaiser und Reich Gefallenen auch der Name dieses jungen Offizier-, der sich freiwillig der Schutztruppe zur Verfügung gestellt hatte, angebracht worden. Der Bürgermeister der Stadt, Hauptmann der Landwehr und Mitglied des Vorstandes des Vereins, Lehbrink widmete dem zu früh Geschiedenen ungefähr folgnrde Worte: „Kameraden, die Wunden der letzten Feldzüge sind jetzt fast vernarbt. Aber noch in diesem Jahre sind unserer Stadt neue Wunden geschlagen, indem der Kamerad Bendix im Kampfe gegen die Herero den Tod gefunden hat. Sein Name ist auf meine Veranlassung in das Denkmal eingegraben worden und wir habe« damit einer Ehrenpflicht gegen den Gefallenen genügt. Ich hoffe, daß seine Angehörigen einen weiteren Trost in dem herben Leide, welches sie in diesem Jahre getroffen, hierin erblicken werden." — Einen würdigen und in jeder BeziehvLH wohlgelungenen Verlauf nahm der vom „Hilfsverein für die jüdischen Taubstummes %