Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1904)
- Date
- 1904-10-01
- Page
- Seite 224 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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224 hat der D. I. (3. B fassenden Centrale, des „Verbandes der Vereine für Handwerk und Bodenkultur" einen wichtigen Anteil. Eine besonder^ Abteilung beschäftigt sich mit der Fürsorge-Erziehung der verwahrlosten Kinder Der Bund besitzt ja eine Anstalt für Knaben (in Repzin bei Schivelbein in Pommern, Eugen und Amalie Rosenstiel-Stiftung), und für Mädchen (in Plttzensee bei Berlin), in denen die durch Richterspruch zur Führsorge- Erziehung bestimmten jüdischen Minderjährigen die von den Staatsbehörden aus ganz Deutschland den« Anstalten zugewiesen werden, zu anständigen Mitgliedern der jüd. Glaubensgemeinschaft erzogen werden sollen. Eine schwierige, aber grade darum unerläßliche Aufgabe der jüdischen Glaubensgemeinschaft, Auch beij jüdischen Strafgefangenen nimmt sich der Bund an, indem er Schritte tut, durch die deren rituelle» und religiösen Bedürfnissen Rechnung getragen wird. Von größter praktischer Bedeutung sind die von dem Bunde entworfenen Maßnahmen zut Beschränkung des schweren Mißstandes der Wanderbettelei. Bis jetzt finden sie seitens der nächstbeteiligten Armenklassen zu wenig Unterstützung. Der einzige ausgeführte Teil des umfassenden Progamms ist vom Bunde selbst realisiert worden: Die Leistungen dieses Institutes, das sich während eines zweijährigen Bestehens bereits eine ungemeine Popularität erworben hat, finden in den Jahresberichten Erschöpfende Darstellung. Als Gegengewichte gegen diese mehr materiellen Arbeiten des Bundes sind seine der Wissenschaft des Judentumes gewidmeten Leistungen anzusehen. Hierher gehören: Die materielle Unterstützung litterarischer Leistungen, die Editionen der „Historischen-Kommisnon", die vom Bureau herausgegebenen „Grundsätze der jüdischen Sittenlehre" und däs von ihm bearbeitete „Statistische Jahrbuch der jüdischen Gemeinden" das eils für die Deutsche Judcnheit ehrenvolles Gesamtbild aller von ihnen in Angriff genommene» organisatorischen, Humanitären und wissenschaftlichen Leistungen bietet. In diesem Zusammenhänge ist auch der Bibliothek des D. I. G. B und des geplanten Gesamtarchivs der Deutschen Juden zu gedenken. s Trotzdem de: Bund sich seinen Satzungen gemäß jedem Versuch einer Beeinflussung seines Mitglieder auf kultuellen und rituellem Gebiete fernhält und sich mit diesen Angelegenheiten nur so weit beschäftigt, als sie der seiner Competenz unterstehenden Ziagen der Verwaltung sind, entbehrt der D. I. G. B. leider immer noch der nommenen wichtigen vermöchte. Die vor Freunde zu werben mächtnissen ihm erreicht werden! ausreichenden Mittel nur auf den vielen, von ihm in Angriff ge- Gebieten das zu leisten, >vas er auf Grund seiner Organisation iegende Denkschrift ist dazu bestimmt, dem D. I. G B. neue , die. namentlich durch Begründung von Stiftungen und Verdib fehlenden Mittel verschaffen. Möge dieses Ziel recht bald