Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1904)
- Date
- 1904-10-01
- Page
- Seite 223 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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223 Commission" anzustellen. nicht möglich wäre, einen fachmäßig ausgebildeten Religionslehrer Im letzten Jahre wurden 180 Gemeinden unterstützt und 2200 Kindern ist die Wohltat eines guten, gewissenhaft inspizierten Unterrichtes zu teil geworden. Zu dien Kosten der Ausbildung jüdischer Seminaristen trägt die Hexheimer- Stiftung des Bundes bei, während für die Ausbildung akademisch gebildeter Lehrer, die besonders an höheren Schulen gebraucht werden, eigene Vorlesungs-Eurse abgehalten werhe». ebenso wie auch Fortbildungs-Curse für Cantoren. Auch für Bauzwecke, (Ichnlhäuser. Lehrerwohnungen) ist ein Etatstitel vorhanden. Auf allen diesen Gebieten, ließe sich mit Hilfe der dem Bunde zur Verfügung stehenden sachverständigen Hilfskräfte noch viel größeres leisten, wenn sich Wohltäter in größerem Stile fänden, die die erforderlichen größeren Mittel zur Verfügung stellen wollten. Mit der Inspektion des Religionsunterrichtes hängt die Schaffung freiwilliger B(zirksrabbinate zusammen, eine Aufgabe die der Leitung des Bundes durch den letzten Gemeindctag gestellt worden ist. Naturgemäß schließt sich hieran eine Darstellung der Leistungen des Bundes zu Gunsten dxr materiellen Lage der Gemeindebeamten an. Der Bund besitzt in seiner Philippson-Stiftuiig einen Fonds für Fälle unverschuldeter Not der CultuSbeamten, die ihm nahestehende Nachod-Stiftung, mit dem Sitz in Leipzig, kleidet ihre Beihilfen in die Form von Ehrengaben. Die unvergleichlich wichtigste Leistung aber wird von der Friedrich-Wilhelm-Viktoria-Stiftung, Zentral-Bersicherungs und Pensionskasse für jüdische Gemeindebeamte, dargestellt. Durch die dieser Stiftung aus Grund eines Vertrages mit der Viktoria zu Berlin, Allgemeine Versicherung-» Akticii-Gesellschast, zufließenden Mittel konnte dieselbe bis Ende 1903 1100 Versicherungen von Cultusbeamten, die ein versichertes Gesamtkapital von 4803200 Mk. darstellen, subventionieren Da die Stiftung etwa ei» Viertel der zu zahlende» Gesamtprämie trägt, so bedeutet das ein Gesamtgeschenk an die jüdische Beamtenschaft im Werte von 1200000 Mk. Zu dieser beachtenswerten materiellen Leistung komint die moraliche Unterstützung, die der Bund den Bestrebungen des Verbandes der jüdischen Lehrervereine, an dessen Begründung er einen wichtigen Anteil hat, des Rabbinerverbandes, des CoiniW der Cultilsbeamten, die auf Hebung des Ansehens und der wirtschaftlichen Sicherstellung aller dieser Beamtenkategorien gerichtet sind, leiht. Sehr umfangreich sind auch die Arbeiten des D. I. G B. auf sozialem Gebiete. Er bildet Handwerkslehrlinge und Studierende technischer Berussarten aus (bis Ende 1903 waren es 270 Handwerkslehrlinge und 76 studierende Techniker), gewährt würdige» jüdischen Handwerksmeistern Darlehen aus seiner Kreisteüer-Stiftung, während die in Leipzig domicilierende „Deutsch-Jsraelitische-Dahrlehnskasse für Frauen und Jungfrauen" die Ausbildung des weiblichen Geschlechtes für selbständigen Beruf sich zum Ziele setzt. An der Schaffung der alle einschlägigen Bestrebungen zusammen-