Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1904)
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 213 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Religion: die Einheit und Vaterschaft Gottes und die Brüderlichkeit aller sind Prinzipien, die niemals sterben können. Die philHophischen Teile de- JÄeWtumS werden hleiben, denn ich glaube entschieden, daß dar Judentum eine ist. Ich weiß es von meinen Studien, das der Hauptinhalt des Judentumwif j Philosophie beruht. Bis zu einem gewißen Grade jedoch wird das Judentum.-sich"- ändern müssen es muß in Harmonie mit dem niodernen Leben, mit der Gegenwart gebracht werden. Immerhin müssen aber einige alte Formen zurückbehalten werd«,;jj um das Judentum von anderen Religionen zu unterscheiden. Das Judentum hwt .^ eine edle Tradition; es gleicht darin keiner anderen Glaubensform. Meine Übet» : zeugung ist, daß die Menschen hiusichtich der Form ihrer Religionen von einander abweichen können, wenn ihre Religionen nur auf demselben Fundament ruhen. Diese Unterschiede sollten aufrecht erhalten werden. Auch die jüdische Tradition sollten» 'j jeden Preis erhalten werden; der Geist des Judentums muß am Leben bleiben^ * und die Juden sollten an ihrer alten Religion festhalten. Ihr Übertritt gerades provoziert den Antisemitismus. Die Antisemiten sagen: Sie sind keine Juden, sind nichts. Nie Leute fürchten solche Juden, weil sie ein negierendes, zerstörendMD Element bilden und einen irreligiösen Geist ermutigen." — Über die Juden Indien berichtet das Englische parlamentarische Blaubuch für das Jahr 1904 ettrffjie j interessante Details. Danach gab es laut der Volkszählung im Jahre 1901 ü*^ Indien 18,228 Juden, gegen 17,194 im Jahre 1881 und 12,009 im Jahre 1671. Davon lebten! 15,548 im Vizekönigreich selbst und 2380 in den Vasallenstaa! Von 1280 Juden, die hauptsächlich in den Provinzen Bengalen, Bombay Bürma wohnen, wird angegeben, daß sie hebräisch als ihre Muttersprache angeme! haben. Über ^>en Ursprung dieser Juden wird angegeben, daß ein großer Teil voni ihnen bereits seit dem 15., die von Cochin sogar seit dem 8. Jahrhundert unseres Zeitrechnung in Indien wohnen. Die Juden von Kalaba in der Präsidentenschaft Bombay, die sich selbst Beni Israel nennen, zerfallen in zwei Gruppen, von die eine, die Gruppe der Weißen Beui Israel, sich durch Zuzug aus Borden»! rein erhalten haben, während die Gruppe der schwarzen Beni Israel Mistel nüt erugedsceue« herdüHcheu Frauen geschlossen «ud dadurch chre arspürrMchr »«fct Farbe eingebüßt habe». Die tveißen Beni Israel, welche mit ihren schmäh« Glaubensgenosien in Feindschaft leben, ihre Frauen nicht heiraten und t' Nahrungsmittel nicht genießen wollen, behaupten von ihnen, daß sie überhaupt jüdisches Blut in ihren Adern haben und bloß von ehemaligen Proselyten abstammnG Jedenfalls stehen die schwarzen Beni Israel geistig und gesellschaftlich tief nutet ihren weißen Glaubensgenossen. — Am Hofe des Kaisers von Japan ist e«. österreichischer Arzt Herr Dr. Emil Kothmann zum Leibarzt des Kronprinzen Joschi ausgerückt uni» wegen seiner Verdienste um die Gesundheit des Kronprinzen der Prinzessirl zum Marquis ernannt worden. Dr. Rothmann, der auS stammt erfreut sich eines großen Ansehens beim Mikado, der ihm zu Ehren.