Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1904)
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 212 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Werke den einheitlichen Ursprung der arischen und semitischen Sprachen in Lher- Mgendster und erschöpfender Weise nach. Prof. Schuchardt (Graz), hat im Verein mit Prof. Ascoli die Akademie auf das nur im Manuskript vorliegende bedeutende Werk des bescheidenen Gymnasiallehrers aufmerksam gemacht, und das Werk hat bei Men Sprachforschern großes Aufsehen erregt. — Aus Lissabon wird gemeldet: * Eine eigenartige Gedenkfeier wird nächstes Jahr in der Hauptstadt Portugals begangen werden. In diesem Jahre werden 200 Jahre verflossen sein, als in dieser Wtadt ein Jude, namens Antonio Jose, ein bedeutender Schauspieler und Dramatiker, von der Inquisition auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden Antonio Jose war ein Liebling des j Theaterpublikums und wurde allgemein „O Judeo" (Der de) genannt. Zum Pndenke» an dies unschuldige Opfer der Inquisition wird auf Anregung der dortigen! Presse an dem Tage, an welchem vor 200 Jahren Jose verbrannt wurde, in Lissabon eine imposante Gedenkfeier stattfinden, wobei ein Monument zu Ehren dieses Märtyrers errichtet werden wird. Wie dem „Hazofeh" mitgeteilt wird, sollen!.die Portugiesische Synagogen-Gemeinde in Paris sowie die <Alliance Jsraelite sich bereit erklärt haben, zu diesem Monument beizusteuern.; Ebenso soll die hervorragende Künstlerin Sarah Bernhard, die bekanntlich jüdischer Abstammung ist, für eine Vorstellung zu Gunsten dieses Monuments gewonnen worden sein. — Zu dem bekannten Schriftsteller Dr. Hugo Ganz, der auf seiner Reise in Rußland auch den greisen Denker juttb Dichter Graf Leo Tolstoi besuchte, äußerte sich derselbe über den Antisemitismus: ^Der Antisemitismus, ist nicht ein Unglück für die Juden. Denn wer Unrecht erduldet, ist nie zu beklagen, sondern wer Unrecht übt. Der Antisemitismus demoralisiert. Er ist das ärgste Übel unserer Zeit, denn er vergiftet ganze Generationen. Er macht sie blind gegen Recht und Unrecht und er tötet jedes moraliche Gefühl. Gr verwandelt die Seele in eine Trümmerstätte, auf der alles Gute und edle vernichtet ist." — Der kürzlich verstorbene Philantrop I. S. Wißohln in Moskau hat sein ganzes Privatvermögen im Betrage von 1000000 Rubel, testamentarisch wohltätigen Zwecken vermacht. — Das jüdisch-theologische Seminar tfoa Simeccta cccifye}) ifieii am h 3t>m ») IewFork die erste Jahres- Schlußfeier ad. Bier Graduierte wurden mit der Würde eines Rabbiners bekleidet, Elias L. Salemon, Getson B. Levy, Rudolph I. Coffee und Charles F. Hoffmann. Letzterer hielt die Abschiedsrede. Dr. Schechter, Präsident des Seminars führte den Vorsitz bei der Feier. Dr. Cyrus Adler, Präsident des Direktorenrates der Anstalt hielt die Eröffnungsrede. Dr Levis N. Dembitz von Louisville, Ky., Dr. Pereira Mendes uhd Rev. Samuel Schulmann vom Tempel Bety-El nahmen darauf aus den Höndes des Vorsitzenden Ehrendiplome als Doktoren der Theologie entgegen, worauf die bereits genannten vier Graduierten die Rechte und Privelegien der Rabbinerwstrde erhielten. — Auf die Frage eines Interviewers, in Amerika was er von der Zukunft des Judentums halte, sagte Leroy-Beaulieu: „Ich hoffe aufrichtig und glaube, daß das Judentum leben werde. Die Hauptsätze der jüdischen