Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1904)
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 206 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2969669-2969988-2969998--7375-2978059- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Geheimrat Waldeyer-Berlin und Dr. Birkner-München spräche« sich dagegen au» - und bestritten namentlich die Behauptung einer antisemitischen Tendenz. Die Ablehnung sei letzt, nach Jahren, garnicht mehr möglich. Herr Zunz schloß mit der Erklärung, er hätte nur verhindern wollen, daß die Sache überhaupt totgeschwiegen werde. — Das Mitglied des großherzoglich Badischen Verwaltungshofs, Geheimer Regierungsrat Dr. Mayer, bekanntlich zugleich Mitglied des Gr. Oberrats der Israeliten, ist zum Vorsitzenden Rat der elfteren Behörde befördert worden. Es ist -dieseit der Ministerschaft Moritz Elstätters das erste Mal, daß — selbst in Baden — ein Jude in eine leitende staatliche Stellung berufen wurde. — In Kerlin -starb der Bankier Alexander Mayer-Eohn. Der Verstorbene war bekannt, durch rege und opferwillige Teilnahme an künstlerischen und Gelehrtenbestrebungen, mt ist die von ihm angelegte Autographensammlung, eine der größten und rtvollsten der Welt. — Auf den Universitäten im Deutschen Reich sind nach dem im „Reichsanz." veröffentlichten Verzeichnisse im letzten Winterhalbjahre neun medi- : zinische Doktorpromotionen von Frauen vollzogen worden. Darunter sind Therese f Oppler und Paula Philippson in Breslau, die Enkelin Ludwig Philippsons, Rahel i Hirsch in Frankfurt, die Enkelin von Samson Raphael Hirsch, und die Russin Lea ^Gutkind in Freiburg. — In Krefeld wurde Herr Dr. Kevi, bisher in Alzey, einfr stimmig zum Oberrabbiner gewählt. — Dem im Hererofeldzug gefallenen jüdischen Leutnant Kendiir widmete der frühere Kommandeur der Schutztruppe, Oberst Leutwein, folgenden ehrenden Nachruf: „Windhuk, den 24. April 1904. Am 13. März, im Gefecht bei Owikokokeru, fiel der Leutnant der Reserve, Bendix, vom Königl. .Bayerischen 3. Pionierbataillon. Leutnant Bendix gehörte als Ingenieur zur Otowibahn-Ge staub ausbrach Heu Mederher einen schnellen beruf und sein ellschaft und war erst seit wenigen Monaten im Lande, als der Auf- Derselbe stellte sich freiwillig zur Verfügung und leitete zunächst iellungsbau der Eisenbahn. Zur Feldtruppe versetzt, fand er dann ruhmvollen Tod. Seine hervorragende Tüchtigkeit in seinem Zivilgefälliges, «liebenswürdiges Wesen sichern ihm ein dauerndes Andenken chei der Schutztruppe. Im Namen der Offiziere und Sanitätsoffiziere der Schutzs truppe: Leutwein, Oberst und Kommandeur der Kaiserlichen Schutztruppe für Südwestafrika." — Die „Allgenieine Hebräische Enzyklopädie" schreitet in ihren Vor« - arbeiten, mit denen im November v. I. begonnen wurde, rüstig vor. In den Redaktionsabteilungen zu Warschau und Berlin wird neben anderem vorzüglich an der Herstellung eines erschöpfenden Stichwörter-Registers gearbeitet. Alle Zweige l der Wissenschaften mit besonderer Berücksichtigung alles dessen, was Juden und Judentum betrifft, werden in den Kreis der aufzunehmenden Artikel einbezogen. Diese Arbeit geht nunmehr ihrer baldigen Vollendung entgegen. Die „Allgemeine Hebräische Enzyklopädie" soll ihrer Anlage und ihrem Hauptzwecke nach nicht bloß ein Nachschlagewerk bilden, sondern belehrend sein. Dementsprechend werden auch die meisten Gegenstände nach einer neuen Methode zusammenhängend und umfassend Üiiiat mmii