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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-09-01 · Heft 9 (1.9.1904) · p. Seite 201

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 9 (1.9.1904)
Date
1904-09-01
Page
Seite 201 (sequence 11)
Language
German
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Indifferent mit Recht t iSmuS führt. Dik Vorschriften de« Judentums beschränken sich daher mehr auf daS, wgs Gott nicht ist, um jeden unwürdigen Begriff vo» ihm abzul »alten. als auf eint positive Bestimmung deS göttlichen Wesens, von Um . wir, als endliche Geschöpfe, nur wenig begreifen können. Dllß Gott mit der Schöpfung des Menschen einen gewissen Zweck gehabt habe, ergibt sich von selbst, weil wir der höchsten Vernunft nie einen absichtslosen Akt zuschreiben können, und wenn wir es auch nicht wagen dürfen, über diese» - Zweck nach seinem ganzem Umfange abzuurteilen, so läßt sich doch ans dem Begriffe einer vollkommensten Wesens dessen Eigenschaften auch Güte, Heiligkeit und Gerechtigkeit sind, mit Zuverlässigkeit schließen, daß dieser Zweck ein moralisches sein mäste.' Düse Wahrheiten machen das Wesentliche der jüdischen GotteSverehrnng. auS. Wenn daher ein Israelit — nicht zu einem anderen Glauben (denn kein Glaube läßt sich erzwingen), sondern zu gewissen Handlungen gezwungen weckten sollte, welche daS Gegenteil von diesem Glauben ankündigen, so ist er verpflichtet,.) eher sein Leben aufzuopfern, »als sich zu solchen Handlungen hinzugeben, und erdarf sich selbst von keinem Propheten, der seine Lehren durch Wunder bekräfügen könnte, einen fremden Glauben aufdringen lassen. Das hohe Strafgebot, was selbst auf jede Art von Abgötterei legte, ist ein hinlänglicher, aus der Schrift selbst entlehnter Beweis für diese Bchauptung. Auch die GeschichtScrzählung vonder Schöpfung, von der Offenbarung der zehn Gebote, die Charakteristik der Erzväter, 7 der wundeibare Auszug der Israeliten aus Ägypten, der uns den größten Bewri»^ von Gotte- Vorsehung gibt, können als Belege für jene dem Judentum wefenMchr Wahrheiten angeführt werdenj Man vergleiche über die Unveränderlichkeit derselbe» 3. Buch Mose 24, 16 bis b\ Bach Mose 4, 35; 7, 5; 5, 32. Was zweitens die Gebräuche des Judentums betrifft, so liegt eS in der i Natur der j Sache, daß ein Inbegriff von Wahrheiten, welche größtenteils übersinn sicher Art sind, der Fassungskraft eines halb sinnlichen Geschöpfs, wie der M« ist, nie recht angepaßt werdeh können, wofern diese Wahrheiten nicht mit gewi sinnlichen Gebräuchen verbunden werden, welche teils den Sinn jener Wahrheiten andeüten, teils den Menschen zur Annahme und Heilighaltung derselben erwecke«.) und geneigt machen sollen. Je reiner und erhabener die Religion daher ist, mehr hat man von der Zweckmäßigkeit ihrer Gebräuche zu hoffen. Jeder Israelis der also seine Religion für eine Offenbarung Gottes selbst hält, wird auch die' mit derselben verknüpften Gebräuche als göttlich ansehcn. Sollten aber in der heiligen Schrift selbst Ausnahmen gemacht, sollten manche die Gebräuche nur a«f gewiffe Zeiten oder Länder beschränkt sein, sollten sie unter gewissen Verhältnisse» der Gesundheit schädlich zu werden anfangen, so kann die wahre Rechtgläubig!^ der Israeliten allerdings »ist einigen Abänderungen derselben bestehen. €&&$ Moses sagt an mehreren Stellen (als 3. Buch Mose 25, 2). das sein Voll die heiligen Gebräuche beobachte» solle, wenn eS in das heilige Land käme; aber Äe

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