Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1904)
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 202 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Überzeugung von den an. die Ankunft in ihr Wenn endlich die Gvjtl hauptsächlich darauf be, ihre Lehren und Gesetze Gomorrha beschließt, weil waren, nicht, weil sie noch keine Gebräuche Städte zu schonen, soboil sich mit Gewißheit behau Lebenswandel den Weg auf die Beobachtung wesentlichen Wahrheiten de- Judentums knüpft er nicht verheißenes Land, sondern gebietet apodiktisch. darüber, heit ihr Wohlgefallen an Abraham (Genesis 18, 18, 19) ^ieht, daß derselbe in dem Wege des Herrn wandte, daß er beobachte, wenn sie die Vernichtung von Sodom und diese Städte in eine gänzliche Sittenlosigkeit versunken gewisse Gebräuche nicht beobachteten (denn damals waren gegeben), wenn sie endlich dem Abraham verspricht, diese d sich nur zehn rechtschaffene Männer darin finden, so läßt pten, daß die Bewährung der Tugend und ein moralischer .des Herrn ausmachen, daß Gott mehr auf Sittlichkeit als Gebräuche sieht. bei: Was endlich drittens das Verhältnis des Judentums zu seinem Staate betrifft, so ist demselben in dieser Hinsicht ein noch weit größerer Spielraum gelassen als in Absicht seiner Gebräuche. Denn in Hinsicht der Angelegenheiten des Rechts sagt eine Stelle des alten Testaments (h. Buch Mose 17, 6, 1l) ausdrücklich, daß die Israeliten sich in streitigen Rechtssällen an ihre Vorsteher halten und die Aussprüche derselben als unverbrüchliche Gesetze ansehen sollten. Aus dieser Wahrheit ergibt sich als Resultat, daß sich durchaus keine geduldete Religionssekte anmaßen darf, einen eigenen Staat in einem andern Staate bilden zu wollen, und wenn das alte Testament so unverbrüchlich in seiner Gesetzgebung wäre, daß an jedem einzelnen Teil die Seligkeit jedes einzelnen Israeliten gebunden sein sollte, so wäre die Gesetzgebung zum offenbaren Unheile ihrer Bekenner vorhanden, weil Gesetze darin Vorkommen, welche bloß gewisse Individuen betreffen, und welche an Zeit und Ort geknüpft sind. Nun lassen sich drei Grade der Anhänglichkeit an das Judentum denken: Zuerst ein Bekenp sittlichen Vorschriften zw Regeln und Gebote aufs Eine solche Anhänglichkeit Gesetzgebung, möglich. Zweitens eine R derselben Gewissenhaftigkeit wo Glaube und Gebrauch tnis zu demselben, bei welchem der Bekenner neben seinen gleich alle einzelnen, von dem Gesetzgeber vorgeschriebenen pünklichste erfüllt und in keinem Stücke von ihnen abweicht, ist aber nur in dem Oriente selbst, on dem Orte der < chtgläubigkeit, wobei die Gebräuche der Religion fast mit als ihre übrigen moralischen Vorschriften erfüllt werden, e dem Individuum für wesentlich notwendig galten. Drittens eine mehr geistige Anhänglichkeit, welche mehr auf die Sachen als auf die. Form sieht, welche der Moral und den wesentlichen Wahrheiten der Religion aufs festeste anhängt, ohne sich sklavisch an einzelne Gebräuche zu binden, wiewohl sie dieselben auch nicht geringschätzt oder verachtet..