Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1904)
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 200 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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aus Vorzügen und Schwächen, ans Höhen und Tiefen bestehenden, aber eben darum echt menschlichen Lebens. Fassen wir da§ Ergebnis unserer Darstellung kurz zusammen, so zeigt sich, daß daS Judentum 1. die geistige Entwicklung der Menschheit fördernd beeinflußt hat durch die ihm ureigene Lehre des Monotheismus, •2. die sittliche Entwicklung der Menschheit gefördert hat durch die ihm ureigene religiöse Lehre von der Sittlichkeit als Selbstzweck. Sowohl die geistige Entwicklungshöhe unserer Zeit in der Erkenntnis der Natur, wie auch die sittliche im autonomen Moralgesetze su Vorläufern und Bahnbrechern gehabt und dadurch ist diesem für alle Zeit ei» Ehrenplatz in der Entwicklungsgeschichte der. Menschheit gesichert. inneren Einheit in der haben das Judentum Israel Aacobsons Glaubensbekenntnis. Das Judentum, wesentlichen Wahrheiten Gebräuchen, und zuletzt dessen Basis das alte Testament ist, läßt sich, wie jede andere Religion, in einer dreifachen Rücksicht: als einen Inbegriff von gewissen oder Überzeugungen als einen Inbegriff von gewissen in seinem Verhältnisse gegen den Staat betrachten. Alle diese drei Rücksichten sind für den aufgeklärten Verehrer der Religon höchst wichtig und müssen genau unterschieden werden, wenn nicht das Wesentliche der Religion mit dem Unwesentlichen vermischt werden soll. Was erstlich das Judentum als einen Inbegriff von gewissen wesentlichen Wahrheiten oder Überzeugungen betrifft, so müssen diese Wahrheiten eben deswegen, weil sie wesentlich sind, auch unveränderlich, das heißt weder in Zeit noch Art gebunden sein, sondern unter allen noch so mannigfaltigen und abweichenden Verhältnissen fortdauern; und eben diese Unveränderlichkeit der Wahrheit ist es, worauf der Jude in einem vorzüglichen Sinne stolz zu sein Ursache hat. Dahin gehört besonders die Lehre von Gottes Dasein, von seiner Einheit und allumfassenden Vollkommenheit. Hervorbringung und Gestaltung des ganzen Weltalls zu einem harmonischen Ganzen, oder Produktion nicht allein dessen, was wir beschauen und betasten ist eine Überzeugung, die höchsten und allervollkommensten Wesen ergibt. können, sondern überhaupt alles dessen, was ist — das sich aus jenem Begriffe der Gottheit, als eines einigen, Gott ist Weltschöp Art dieser Welterschaffung Gestaltung zu, spekulieren, er und Welterhalter zugleich. Deut. 10, 14. Über die über den Zustand des Universums vor seiner jetzigen ist nicht nur eine unnütze Grübelei, sondern dem Juden sogar verboten, weit sie. gar zu leicht zum Zweifeln und von dem Zweifeln zum