Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1904)
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 197 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Aber, Mid daist sehr beachtenswert, selbst der gehende und redende». der Rationalgott Jahve war doch, und zwar schon in ältester Zeit, nicht ein sondern der Statt, der Einzige, der alleinige Schöpfer und Herr der Welt! U»ch wenn er auw geht, redet und tut, was Menschen tun, so ward er doch niemals oW „gigantischer Mensch" mit menschlicher Begrenztheit behaftet vorgestellt, war setztH eigentliches Wesen niemals Gegenstand der Forschung, galt dieses vielmehr alß unfaßbar, wi e aus der dem Moses erteilten Antwort zu entnehmen ist, daß der Mensch, so lange er lebt, Gottes wahres Wesen nicht erschauen könne (Exod. 33» 20). Denn er war ja der einzige und eben darum allmächtige Gott, der alletu» konnte, a u das, was Menschen tun, der ging, sprach u. s. w., aber doch nicht, mit menschlicher Begrenztheit behaftet vorgestellt wurde. Und wenn er als Nationalgott Israels erscheint, so war er doch Gott und Herr des gc nzen Universums, der Israel nur seinen Erstgeborenen nannte, auserwählt zu mehr Pflichten als Rechten, denn die übrige Menschheit. Diese Lehre von der Einheit Gottes ist Ureigentum des Judentums von. seinem Beginne an. und auch die Vorstellung von Gott hat innerhalb des J«dvU-.> tums u. z. — sieht man von allen mystischen Erklärungsversuchen ab — lange che das Christentum entstand — seine volle, seither durch kein Religionssystem üb«- botene Entwicklungshöhe erlangt in der Lehre vom einig-einzigen, unteilbaren, US« , körperlichen, die höchste Vollkommenheit auf allen Gebieten in sich vereinenden, j menschlichen Erfassen absolut entrückten Gotte, der der Urheber des ganzen Univer und somit Vater aller Menschen ist. Diese Lehre gehört zum eigentlichen Wesen des Judentums; durch wird es vor allen anderen Religionen getrennt und mit diesem hat es die t Entwicklung der Menschheit in hervorragender Weise beeinflußt. Nicht minder klar erkennbar ist der Einfluß des Judentums auf die sitM^ liche Entwicklung der Menschheit. Für den modernen bis zur vollen geistigen unserer Zeit einporentwickelten Menschen ist das Moralgesetz autonom, d. h. er zeugt es au^ sich selbst heraus, weil in ihm seine Menschheit enthalten ist anb ttj| beobachtet c S auch, weil eine Übertretung desselben eine Rückentwicklung für bedeuten würde. Die Tat des eig Menschen umschrieben außerhalb alter Zeit dH ein, das gung durch Mt dü aber Menschheit in ihrer Kindheitsperiode aber war dieser bewußt sit jene« Willens keineswegs fähig und bedurfte in diesem Kampfe Menschen gegen das Tier im Menschen — wie die Sittlichkeit werden kann — eine Stütze für den eigenen schwachen Willen in s Menschen liegenden Triebkraft. Und als solche stellte sich schon s in der Regel von einsichtsvollen Bolksführern aufgestellte Mor einem oder mehreren Göttern zugeschrieben wurde, die dessen Verheißung von Lohn oder Androhung von Strafe erzwingen kouvtM,