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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-08-01 · Heft 8 (1.8.1904) · p. Seite 189

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 8 (1.8.1904)
Date
1904-08-01
Page
Seite 189 (sequence 23)
Language
German
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,89 — einzelne Vereine, namentlich in Hamburg, Frankfurt a. M. und Stettin angestrebt : worden. Die Versammlung gewann dadurch noch an Interesse, daß Kongreßmitglieder«^; England und Amerika, wo die jüdischen Frauen bereits zu einem umfassenden Bunde geeint^ sind, gleichfalls ihre Erfahrungen und die Grundlagen ihrer Organisationen mitteilteu. — 1 Herr Kommerzienrat gerolcheimer spendete seiner Vaterstadt Fürth gemeinsam mit seinen in New Jork lebenden Söhnen 160000 Mark zur Errichtung eines bildungsheims. — Im Stadttheater in Moabit in gerlin feierten vor kurzem ink daselbst ansässigen Kreise russischer Studierender ihr Sommerfest durch eine russische Theateraufführung des Schauspiels „Die Juden", das de» namhaften russische» Dichter Tschirikow zum Verfasser hat. Das Drama führte in lebensvoller Darstellung in eine Stadt des jüdischen Ansiedlungsrayons im nordwestlicheu Rvsi> land und spielt in der Gegenwart unter dem Eindruck der furchtbaren Greuel in Kischinew, die auch hier ihre Fortsetzung siuden und in denen die handelnden soneki teils durch die heranstürmende Rotte des Pöbels, teils freiwillig ihren finden. Das Stück ist ein Tendenzstück, aber es spiegelt fein psychologisch die «ttlcr^ den Juden herrschenden Strömungen wieder. — Der Wirkliche dänische Kammer Emil I. Jonas in gerlin feierte am 14. Juli seinen 80. Geburtstag in mEer j körperlicher und geistiger Frische. Der Jubilar hat sich als vielseitiger und vet.^ dienstvoller Journalist, als fruchtbarer Roman- und dramatischer Schriftsteller mrM als vorzüglicher Übersetzer der Meisterwerke der dänischen, schwedischen und wegischen Literatur eine» Namen erworben; von 1852 bis 1863 stand er i« dänischen Hofdienste, in welcher Stellung er sich verschiedentlich auszeichnete;. a> zu König Oskar ll. von Schweden und Norwegen, dessen Werke er ins Deutsä übertrug, steht er in freundschaftliche» Beziehungen. — Wilhelm Ware, einer begabtesten antisemitischen Schriftsteller, dessen Name vor einem Menschenalter genannt wurde, der aber seit längerer Zeit sich vom Parteileben ferngehalten ist am 17. Juli im Alter von 85 Jahren gestorben. Wie Marr über die Ver des heutigen Antisemitismus dachte, darüber hat er sich einst in einen^ BrieH folgendermaßen geäußert: „Ich bin ein alter Parteigänger, aber nie habe ich meh Erzschelmenbande gefunden, als unter den heutigen Geschäftsantisemiten. Das ab dürfen Sie privatim erklären, daß ich nach dreißigjährigem Judenkrieg mich Ekel bis zum Erbrechen abwende von dem heutige» Geschäfts-SchwindelantisemitiSk Ich werde diese Behauptung nicht wiederrufen. — In gab Nauheim wurdr Israelitisches Frauenheini eröffnet, eine Stiftung, die durch Beihilfe der Freist^ von Rothschild und des Bankiers Mainz-Frankfurt, sowie durch Samml begründet wurde, zu dem Zweck, mittellosen jüdische» Frauen eine vollständige kur möglichst unentgeltlich zu geivähren. — Unter den 55000 Juden wurden im Jahre 1902 38 Mischehen eingegangen. L

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