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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-08-01 · Heft 8 (1.8.1904) · p. Seite 180

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 8 (1.8.1904)
Date
1904-08-01
Page
Seite 180 (sequence 14)
Language
German
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Graf A. von HSernstorff über den Antisemitismus. In einer der lebten Nummern des evangelisch-orthodoxen Wochenblattes „Auf der Wacht", das sich diei„Förderung und Pflege der Reichsgottesarbeit in allen Landen" zum Ziele gesetzt hat. sucht der Leiter der Zeitschrift, Graf Avon Bernstorff, seine Leser über das Wesen des Antisemitismus anfzuklären. Nach einigen einleitenden Worten über ■bie traurige Lage im Mittelalter und nach dem Geständnis: „Die Christenheit hat sich viel an diesem Volke versündigt" kommt er ans die Zeiten der Emanzipation zu sprechen. ^Er erkennt rückhaltlos an. daß die freisinnigen Parteien sich stets der bedrängten .Juden angenommen haben. Dieser Judeüfreundlichkeft d^r liberal denkenden Männer stellt Gu»f Bernstorff den Haß gegenüber, der die Bildung "einer antisemitischen Partej-^eranlaßte. Er wirft nun die Frage auf: „Was ist das Richtige?" und kmDmt dann, nachdem er eine Art Sonderstellung der Juden „biblisch" begründet ^u haben meint, zur Aufstellung folgender Regeln für jeden evangelischen Christen: „Daß wir ihnen (den Juden) volle Freiheit der Ausübung ihrer Religion lassen, daß wir ihnen d^n Schutz der Gesetze gewähren, ja die gleiche» staatsbürgerlichen Rechte, betrachte« wir in unserer Zeit als selbstverständlich- Evangelische Christen sollten stets aus seiten voller Religionsfreiheit stehen." Nachdem Graf Bernstvlff noch de» Ursprung des Antisemitismus gestreift hat, faßt er seine Ansicht über diese „Bewegung" in folgenden Worten zusammen: „Aber der Weg I des Antisemitismus ist sicherlich nicht der richtige. Es ist niemals christlich, noltionalen Haß zu schüren, am wenigsten gegen das Volk, dem der Herr so große Verheißungen gegeben hat und welches berufen ist, in der Geschichte des Reiches Dottes auf Erden noch eine große Rolle zu spielen. Wir faßten bisher unter dem Begriff Christen alle diejenigen zusammen, die, wenn auch nur äußerlich, zur christlichen Kirche schwören. Kommen ivix aber schließlich zu den Gläubigen, so werden wir sage» müssen, daß ein solcher unseres Erachtens niemals Antisemit sein kann. Der Gläubige chird mit warmem Interesse das Volk verfolgen, das nach den Verheißungen der Schrift noch eine große Zukunft hat — er wird das Volk herzlich lieben, von bem| unfer Heiland dem Fleisch nach abstammte." Eine Jüdin ats Ireundin Goethes. Im Reigen der Goethe'schen Weiblichkeit ist diese Marianne eine ganz neue Erscheinung für weitere Leserkreise. Sis wohnte in Wien, sie war unter allen, die ihn mit Nachrichten bedienten, die emsigste Feder, sie staisd an der Spitze jener diplomatischen Vertretung, von der wir eben gesprochen. Marianne war Goethes

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