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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-08-01 · Heft 8 (1.8.1904) · p. Seite 175

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 8 (1.8.1904)
Date
1904-08-01
Page
Seite 175 (sequence 9)
Language
German
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mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele. Verleih' uns Kraft, unserer teure» ,? Toten in Ruhe und Ergebung zu gedenken. Schreibe uns ein ins „Buch drS;-j glücklichen Lebens" und lasse an unserer Gemeinde in Erfüllung gehen den Segen» der ausgesprochen liegt in den erhabenen Worten unserer Thora: „Der Herr segne - und behüte euch, der Herr lasse sein Antlitz euch leuchten und sei euch gnädig, der j Herr wende sein Antlitz euch zu und gewähre euch Frieden immerdar." f Amen! Eine Unterredung mit Wor über eine H a r s a n y i, mit Moritz Scharf, dem l' o z e s s e s hatte folgendes: L; stand ich endlich vor dem | nach demselben an den hars kani selbst herunter. heit Gelangte, ein gesund Ä ni Bart, stand vor mir.J Im „Magyar Hirlap" berichtet Adolf Harsanyi, über eine Unterredung, die er gelegentlich einer Reise in Holland mit Mor bekannten traurigen Helden desTisza-Eßlaer-Prozesses Nach langem Hin- und Hersuche» in Amsterdam stand ich endlich vor dem || Hause, in dem Moritz Scharf wohnt. Ans meine Frage nach demselben an den || Hausbesorger, telephonierte ihm dieser, und Moritz Schars kam ^selbst herunter. Der vor 21 Jahren als Knabe zu so trauriger Berühmtheit Gelangte, ein gesund Ä aussehender junger Mann, mittlerer Statur, mit braunem Bart, stand vor mir^g Ich begrüßte ihn in ungarischer Sprache. Er antwortete itf gebrochenem Ungarisch und entschuldigte sich damit, daß es bereits 20 Jahre HO seien, daß er keine Gelegenheit mehr hatte, sich in seiner Muttersprache zu üben.- Ich setzte mein Gespräch in Deutscher Sprache fort und bat ihn, mich auf einem kleinen Spaziergange zn begleiten. Er zögerte, seine Augen blickten argwöhnisch umher, aber nachdem ich ihm versicherte, daß nur das Interesse an seinem Schicksal mich zu ihm führte/? und nur mit seiner Einwilligung unser Gespräch in die Öffentlichkeit käme, wurde?! er zutraulicher, und Mitternacht war längst vorbei, als wir uns in meinem Hotelzimmer aufs Wiedersehen für morgen verabschiedeten. Noch mit niemandem sprach Scharf über seine Rolle in dem großen Prozeß ausführlicher. Er wollte nicht von sich reden machen, er ging der Öffentlichkeit aus dem Wege. Mehrere Blätter t und Journalisten ersuchten ihn um Daten, er verweigerte stets die Antwort.? Inzwischen kolportierte man die Nachricht von seinem Tode — er reagierte nicht darauf. f 21 Jahre sind es — so erzählte er — daß er mit seinem Vater und der , ganzen Familie — wenn ich mich seiner Worte recht erinnere — durch daS Wohlwollai^ der israelitischen Landes-Kanzlei nach Amsterdam übersiedelte. Sein Vater setzt^ dort sein Schuhmacher-Handwerk fort, er aber kam zu einem Diamantenschleifer in die Lehre Sein Vater, der sich der fremden Lebensweise nicht anpassen konnte. und dem auch der Verdienst zu gering war, übersiedelte nach London; doch auchüa

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