Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1904)
- Date
- 1904-08-01
- Page
- Seite 174 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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m — ra. M. 31.! Zedokoh heißt der dritte Weg, der zu Gott führt. Ruft ja der Psalmsänger aus: „Übe ich Wohltätigkeit dann darf ich schauen das Antlitz des Herr»!"*) und unsere W isen sagen: „Wer Wohltätigkeit übt, der schwingt sich äuf zu Gottes Thron." Freilich gilt dies nicht von jener Wohltätigkeit, die dem Armen Brosamen vom Überflüsse hillwirft, sondern von jener Menschenliebe, welche der Prophet in unserer heutigen haftora zeichnet mit den Worten: „wetofek leroeb naischeclio” du darfst dich nicht begnügen, dem Armen das Brod zu brechen, sondern mußt mit ihm deine Seele teilen, du mußt dich in den Seelenzustand —; nicht etwa des Professionsbettlers, der die Bettelei zu einem Geschäfte macht, — ^sondern des verschämten Armen hineinversetzen, dessen Herz eher bricht, als daß er . eine Gabe verlangt. Nicht allein aus die Gabe kommt es an, sondern auch darauf, wie die Gabe gereicht wird. Verstehst du es, mit Herz und Seele zu geben, verstehst du es, Herz und Seele mit dein Armen zu teilen, dann hast du den rechten Weg eingeschlagen, der zu Gott führt, dann schwingst du dich auf zu Gottes Tron. Noch höher aber, als die Woltätigkeit, welche die Armut lindert, steht die zedokoh, welche die Armut hindert, deshalb ruft die Thora uns zu: Wenn dein Bruder verarmt, und daß er wiederum seinen Lebensunterhalt Wohltätigkeit, solche ^Lieb Wort: „umozoso, wirst Gott finden, denn du hast ihn so ndern mit ganze der Boden unter ihm wankt, so sollst du ihm aufhelfien, bei dir finde." Verstehst du es, solche : mit Herz und Seele zu üben, dann gilt von dir das ki tidre8ehenrr bechol lebobclio ubechol nafschecho’7 „D U dn schwingst dich auf zu seinem Thron, gesucht nicht b l o s mit deinen Lippen, ui Herzen, mit ganzer Seele, du hast alsdann So lasset wir bald iviedcr tefillo, zedokoh“ uns, m betreten *) Ps 17, 15. **) Schiller, a. a. O. die Palme der Unsterblichkeit dir errungen. Denn von solcher Wohltätigkeit gilt des Spruchdichters Wort: „zedokoh tazil inimowes“ „zedokoh rettet vom Tode, zedokoh macht, dich unsterblich, heolom ha8e ubeolom habo, in dieser und in der zukünftigen Welt. A., auf den vielvrrschlungenen Pfaden des Lebens, die werden, nicht vergessen auf die drei Wege „te8ehudoh, und dariuin rufe ich euch zu des Dichters Wort: D i e drei Worte bewahret euch, inhaltsschwer, Sie pfla rzet von Munde zu Munde Dem Menschen ist nimmer sein Wert geraubt, er noch an die drei Worte glaubt.**) Du aber, o allmächtiger mb allgütiger Vater', gib uns Kraft, unsere Vorsätze auszuführen. Wir wollen in reine» Wegen wandeln und dir i U Wahrheit dienen uaaiü