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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-08-01 · Heft 8 (1.8.1904) · p. Seite 172

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 8 (1.8.1904)
Date
1904-08-01
Page
Seite 172 (sequence 6)
Language
German
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| Sprache des Herzens Glaubet ihr, so ries ihr mit euerer mode 172 die unsichtbare Stimme jenen Männern und Frauen zu. daß nen Erziehung allein eure Kinder glücklich machet? Sie lernen vielleicht die Höflichkeit der Form, sie lernen wohl au h viele Sprachen, aber die und Gemütes, Willensstärke und Charakterfestigkeit lernen sie nicht, was ihr wohl öfters an dem Benehmen und den Antworten euerer Kinder erfahren habet. Eine dritte Gruppe, die ziemlich stark vertreten war, trat nun vor den Wir üben keine Laster und Verbrechen, wie es das Gesetz : Gilt auch für uns die teschuboli? Der Spiegel aber be- Spiegel und sprach: brandmarkt und straf leuchtete auch jene Gruppe in ihrer wahren Gestalt und eine unsichtbare Stimme rief ihnen zu: Heu S e l b st s u ch t, H darüber zu tänscheil, nun vor de» Spiegel uns not tut. Wir wis chelei,Neid,Hab sucht,Verkleinerungssucht, och in u t und Sinnlichkeit, auch sie werden vom w e l t l.i ch e n Richter nicht bestraft. Ihr aber suchet diese häßlichen Eigenschaften vor eueren Mitmensch?tt zu verbergen und zu verheimlichen, suchet euere Mitmenschen und da fraget ihr noch, ob die tesehuboh euch not tut? Eine vierte Gruppe, die allerdings nicht sehr zahlreich vertreten war, trat daß der Kampf des Lebens uns gar oft unserer Menschenwürde vergessen ließ. und sprach. Wir fragen nicht ersi, ob die tescliuboh auch eil, daß wir gar oft der Stimme des Gewissens nicht gefolgt, Aber wir schlagen uns heute nicht blos auf die B r u st, wir fühlen tief in u n sc reu Herzen die Wunden, die wir uns selbst geschlagen, indem wir von deinen Wegen, o Gott, abgewichen sind, wir fühlen heute: dem Menschen ist jeder Wert geraubt, >!venn nicht rein sein Herz, nicht rein seine Seele. Wir fühlen heute: „Die Tugend, sie ist kein leerer Schall, der Mensch kann sie üben im Leben".*) — Der Spiegel brauchte jene Gruppe nicht erst in ihrer wahren Gestalt Er gab das Bild unverändert zurück und die unsichlbare Stimme „Das i st wahre t e s c h u b o b " das ist der e r st e zurückführt. Wtn» ihr so sprechet und denket, dann gilt von ichora: „umo^os» ici tickre^abonu beckol lebobcho ubeohol wirst G 0 tt finden, denn du such st ihn mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele" und jene unsichtbare Stimme erklang noch einmal!.und rief donnernd mir zu das Wort der heutigen haftora: „kro begoraun, al tachsoch'1 Rufe aus voller Kehle, was du geschaut, halte nicht ein! Jene Dvnnerstiiuine hatte mich aus dein Schlafe geweckt und ich erwachte. Ob aber jener Traum nur ein Trugbild gewesen oder der Wirklichkeit entspricht, das sei euerer eigenen Beurteilung überlassen. zu beleuchten, rief jener Gruppe zu Weg, der zu Gott euch das Wort der nafscliecho“ „Du *) Schiller, die Worte des Glaubens. ■ irtilaäifn’fc

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