Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1904)
- Date
- 1904-07-01
- Page
- Seite 167 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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und passenden des Stifters kleineren und Anfnahmeraum um und ließ daselbst die Sammlung dem Wunsche entsprechend zur ständigen öffentlichen Besichtigung aufftellen. DUt kostbareren Gegenstände sind in eigenkonstruierten GlaSschränk« untergebracht, hie größeren frei aufgestellt; alle sind zusammenhängend geord«t«ud mit Nummern versehen, so daß die Orientierung eine sehr leichte ist. Der Katalog gibt außerdem noch eine eingehende Beschreibung jedes einzelnen Stückes. Die Sammlung unifatzt darnach Miniaturdarstellungen einer heiligen Lade und eiueS Almemors, Poroches, Thorarollen, Wimpel», Thoramäntel und Aufsätze; in groß« Auswahl Thocakronen, Schilde und Zeiger, Altarleuchter, Kidduschbecher und Tafeln, zahlreiche Besouiimbüchsen, Esrogdosen, Schofars, Kanne und Handtuch für die Priester, Megilloth, handschriftliche Gebetbücher, Gebetbucheinbände, Mesusoth, Sabatt- und Sederschüsseln. zahlreiche Chanuka-Lampen, Amulette, Beschnridung«- gegmstände, L etuba, Brautschleier, Almosenteller, Medaillen, Bilder tt. s. w. Doubletten sind nicht ausgenommen; auch da, wo Gegenstände in mehreren Exemplar« | vertreten sind — z. B. Thoraschilde, 10 Thorazeiger — sind nur solche SÄchkrM eingereiht, die sich in der Ausführung charakteristisch von einander unterscheidichN^ Aus der Fülle derselben ragt eine ganze Anzahl von besonderem Kunstwert heMgh . z. B. Wimpel t aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit vortrefflichen Seid«? stickereien, Thocakronen und Thoraschilde in den eigenartigsten Formen und Größen^ Thorazeiger ars verschiedenartigem Metall und Gestein, künstlerisch schöne Chamck»») leuchter, alte Sabatt« und Sederschüsseln aus graviertem Zinn oder aus bemalt« Majolika, zwei kostbare Megilloth italienischer Arbeit, die eine mit Malerei«, dir andere mit Federzeichnungen geschmückt. Ganz besonders treffliche Filigranarbeiten finden sich in allen Rubriken. Herr Gieldzinski hat sich durch seine Sammlung ein bleibendes Verdienst um die jüdische Kunst erworben; möge es ihm vergönnt sein, seine Stiftung, wie er beabsichtigt noch weiter vergrößern und auSbanm z« dürfen. — Im Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wstl sprach Ä vor einem zahlreichen Zuhörerkreise Herr Rabbiner Dr. Earlebach-Memel über das Thema: „Eine Rivalin Jerusalems". In Rivalität mit der einst so stolzen DavkdS» - stadt Jerusalenl, so führte Redner etwa aus, trat bald nach seiner Gründung durch Herodes den Großen im Jahre 12 v. d. g. Ztr. Cäsarea Palästina, daS anß» herrlichen Palästen einen Tempel des Kaisers Augustus besaß, zu deffen Ehre» eS den Flamen erhielt. Durch ausgedehnte Handelsbeziehungen mit den Uferländern des Mittelläniiischen Meeres — es besaß einen großartigen Hafen — und als Eptz der römischen Prokuratoren (Landpfleger), z. B. Pontius Pilatus (26—36 nach^ dg- Ztr.), und später als Residenz des Königs Herodes Agrippa IL (41—44K nach d. g. Ztr.) wurde es bald die bedeutendste Stadt Palästinas. Infolgedessen konnte es mich ausbleiben, daß es bald in starke Rivalität zu Jerusalem trat, deffev Hafenort es nur. Redner legte nun in längeren klaren Ausführungen an der der neu erschienenen Geschichtswerke des Judentums die Gegensätze dar, die znHchMÄ