Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1904)
- Date
- 1904-07-01
- Page
- Seite 168 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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den beiden Schwesterstädti n hervortraten und die bis zur Zerstörung Jerusalems!im Jahre 70 durch Titus b -sonders scharfe waren. Cäsaren! sei stets ein Pfahl!im Fleische Israels gewesen. Wenn Jerusalem weinte, so jubelte Cäsarea. Letzteres verleugnete selten seinen heidnischen Charakter, während Jerusalem treu zu den. Traditionen der Juden hielt. Die Gegensätze zwischen beiden Städten traten selbst unter den dort bestehender Juden- und Heidenchristen auf. die sich auch zeitweise ans die Apostel Petrus, der in Jerusalems und Paulus, der mit dein Evangelisten Philippus in Cäsarea lebte, übertrugen. Aus letzterer Stadt ging später der berühmte „Bater der Kirch< ngeschichte'. Bischof Eusebius hervor. Heute ist Cäsarea ein versandeter Trümmerhaufen, während Jerusalem sich immer wieder aus den .vielen Zerstörungen erhob. Redner schloß mit den für den Charakter der beiden Rivalinnen bezeichnenden Worten: „Cäsarea war kleinlich, als es groß war, Jerusalem blieb groß selbst in seinem Falt!" Die Hoffnung des Judentuins und des ganzen Menschengeschlechts birgt der Name Jerusalem, denn am Abend der Weltzeit wird es dort tidit sein. — In feierlicher Weise fand jüngst in Friedland die Überführung der jüdischen Leichenreste vom alten nach dem neuen jüdischen Begräbnisplatze statt. Auf einem mit schwarzem Tuch behangenen Rollwagen standen die acht neuen Särge; dem Kondukte gab der greise Oberrabbiner Dr. Hamburger-Strelitz sowch die Mitglieder der Friedländer jüdischen Gemeinde das Geleite. Auf dem neuen j Begräbnisplatze hatten sich Vertreter des Magistrats sof wie der Bürgerausschuß in corpore eingefünden. Namens des Magistrats übergab Senator Schulz den Platz der jüdischen Gemeinde, woraus der Oberrabbiner eine längere Weiherede hielt, j— Aus Hamburg wird berichtet: Unsere Stadtbibliothek besitzt eine umfangreiche j Handschriftensaiyinlung. Die historischen Handschriften allein umfassen 63b zuns Teil sehr umfangreiche Bände; Auch die orientalische Handschriftensammlung ist sehr umfangreich. Von dieser Sammlung sind bisher nur die hebräische Handschriftensammlung katalogisiert worden, während 298 Handschriften in arabischer, persischer, syrischer und türkischer Sprache noch der Katalogisierung harren. Diese Handschriften sind zum Teil schoß vor Jahrhunderten an die- Stadtbibliothek gelangt. Sie bildeten aber einen wissenschaftlich toten Bestand« teil der Bibliothek, denn bisher sind^nur durch Zufall odet infolge des glücklichen Spürsinns des einen oder anderen Spezialgelehrten einzelne Sachen, zum Teil von Kenntnis der wissenschaftlichen Welt gelangt. Hiesige den ihr Bedauern darüber ausgesprochen, daß sich gar nicht übersehen lasse, watz die Stadtbibliothek an wertvolle» Handschriften besitze- Diesem Mangel soll jetzt rbgeholfe» werden. Der Senat ist! soeben bei der Bürgerschaft um die Bewilligung der Kosten eingekommen, die für eine Katalogisierung der Handschriften erforderlich sind. Zwei auswärtige Spezialüelehrte von Ruf sind für diese Arbeit, die mehrere Ja! »re dauern werde, gewonnen worden^ Die orientalischen Handschriften werden zu diesem Zwecke einem Fachgelehrten der Königsbcrger Universität anvertraut, während zur Katalogisierung der historischen Handschriften der betreffende Spezialgelehrte während der etwa dreijährigen Dauer der Arbeit nach Hamburg übersiedelt. Palästina. — Dr. Theodor Herzt. —Tolstoi ein Essäer. —Wilhelm sich Heine. — Rede, anläßlich der Euthüllungsfeier des Lameyüber die antisemitische Bewegung. — Monatsschau. I Inhalt: Judenmissionen in Jordan über Hein Denkiyals. — Bosse Verantwortlicher Für den Inseratenteil Druck von H. L. Brönuer's Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf Brüll; verantwortlich: Mvriz Jsaac & Co, Annoncen-Bureau; Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Maiu.