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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-07-01 · Heft 7 (1.7.1904) · p. Seite 153

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 7 (1.7.1904)
Date
1904-07-01
Page
Seite 153 (sequence 11)
Language
German
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— 158 — mit dem göttlichen Willen übereinstimmt. Die unheilvolle Macht deS Geldes — denn auch für diese Semiten schien am Gold der Fluch zu hasten — sollte durch weitmöglichste Anbahnung der Gütergemeinschaft und durch Beseitigung des Handüs, „des Duells der Ausbeutung und Übervorteilung", beseitigt werden. Ackerbau und' Handwerk — dieses aber mit Ausschluß der Verfertigung von Wehr und Waffen, den Werkzeugen des Krieges, der im Friedensreich des Ewigen keine Stätte hat — sollten die einzigen Betätigungen der arbeitenden Menschen sein. Und arbeiten sollte ein jeder. Menschenwürde und Adel der Arbeit sind ihnen Korrelate. Andere für sich arbeitm lassen, heißt Versündigung gegen die Weihe des Menschen und gegen die Heiligkeit der Arbeit. Darum erheischen sie die Beseitigung der Sklaverei, welche Form sie auch angenommen habe. Wer einen Anspruch allein auf Selbsterarbeitetes hat, wird-sich bescheiden niüssen. Daher bekämpfen sic die Ansprüche der Lüsternheit und des Luxus und meiden als entbehrliche Güter den Wein» und Fleischgenuß, sowie die im Morgenland so verbreitete Anwendung des Salböls. Auch hier gesellt sich, wie oft in der Geschichte, zur Askese die Mystik. In die Geheimnisse der göttlichen Herrlichkeit versenken sie sich in frommer Extase und in prophetischer Scheu suchen sie die letzten Heilspläne der göttlichen Weltregieruag zu enthüll :». Die literarischen Niederschläge ihrer gotttrunkenen Spekulationen liegen in den apokalyptischen Schriften zuin Teil noch vor. Das Henochbuch — nur dieses sei aus der Fülle von Erscheinungen wenigstens mit einem Satz gekennzeichnet — führt, wie Jahrhunderte später der katholische Dante, seine Leser durch alle Räume d«S Himmels und der Erde, der Oberwelt und Unterwelt, und protestiert in stammenden Worten gegen den weltsrohe» Materialismus der Reichen, die nur Sinn haben für Tafelfreuden, Kleiderpracht und Häuserprunk, und darüber das eine vernachlässigen, was not tut: ihr Seelenheil. Und neben der Vertiefung iu die Mysterien — welche wunderbare Verinnerlichung und zugleich Herausprägung der sittlichen Grundforderungen! Die religiöse Zentralsonne ist ihnen die Liebe. Sie sind die e csten Pioniere einer wohlorganisierten charitativen Tätigkeit, sie sorgen sü< Wanderhe cbergen und Krankenpflege, und sind wohl auch die Anreger der bis ia , die Gegenwart unter den Juden für diesen Zweck segensreich wirkenden „heiligen Genossenschaften". Als Freunde des Extrems zeigen sie sich auch auf diesem Gebiet. Sel bst das Böse soll nur bezwungen werden durch die Liebe. Es ist ja in sich schwach und siech und zerfällt in seiner eigenen Schwindsucht. Fort mit de» Mitteln der Macht und Gewalt! Fort mit der Wiedervergeltung des Staates und . der Einzelnen! Wie die warmen Sonnenstrahlen die kleinen Schädlinge in der : Luft verachten, so besiegt und entwaffnet auch die Liebe die dunklen Dämonen des Hasses ur d der Bosheit. Dieser Grundsatz der Verzichtleistung auf jeden Wids» stand gegen das Schlechte und die Schlechen, 1« principe de nonresistance, wie -rtfirnAd

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