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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-07-01 · Heft 7 (1.7.1904) · p. Seite 151

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 7 (1.7.1904)
Date
1904-07-01
Page
Seite 151 (sequence 9)
Language
German
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hervorheben 1 möchten, wie seine Novelle „Altneuland", die die Färbung seiner Gesinnung ai sich tragen. Auf den Plan der jüdischen Geschichte trat er erst durch seinen 1896 veröffentlichten „Judenstaat", den er in den zwei letzten Monaten semrS Pariser Aufenthaltes abfaßte, wobei er. wie er selbst berichtet, gleichsam „die Schwingen eines Adlers über sich rauschen hörte". Durch diese Schrift war eihm gelungen, die schon früher vorhandenen Ansätze der zionistischen Bewegung, die im Jahre 1882 ihren Anfang genommen in Schwung zu bringen und ihr Gestaltung zu verlnhen. Von da ab wird er, ganz dem politischen Zionismus in einem arbeitsreicher Leben hingegeben, eine historische Persönlichkeit, umwogt von den Parteien Gunst und Haß. Er entfaltete in diesen acht Jahren eine erstaunliche Thätigkeit im Dienste des Zionismus und trotzdem, daß er vor Königen stand und daß Staatsmänner mit ihm verkehrten, als wäre er der eigentliche Vertreter der Juden, mußte er es auf dem letzten Kongresse 1903 in Basel eingestehen, daß der ersehnte Charter, Palästina betreffend, in absehbarer Zeit als nicht erreichbar zu betrachten sei. Durch das auf demselben Kongresse auftauchende Uganda-Pryjekt ging eine Spaltung durch das zimiistische Lager und waren es besonders russische Zionisten, die gegen Herzl als Führer in schroffer Weise auftraten, wodurch manch trüber Schatte» in seine lichte Seele drang. Donnerstag am 7. Juli fand von' seinem Wohnhause, Hainziger-Straße 29 in Wien, wohin seine Leiche von» Edstuh gebracht wurde, unter überaus großer Teilnahme sein Leichenbegängnis statt, bei welchem auf seine ausdrücklichen Wünsche Reden nicht gehalten werden sollten. Er bestimmte letztwillig, ir der Gruft bei seinem vor zwei Jahren verstorbenen Vater auf dem Döblinger Friedhofe beigesetzt zu iverden und dort zu liegen, bis daß einst daS jüdische VolU seine sterblichen Reste nach Palästina bringt. Zahllose tiefempfundene Beileidskund;ebungen liefen von nah und fern ein, darunter solche vom König von von Italien und vom Großherzog von Baden. Herzl hinterläßt auch noch eine trauernde Mutter, Jeanette, und drei unmündige Kinder, Pauline, HanS und Trude. Sein Andenken bleibt für alle Zeit ein gesegnetes und in der Ruhmeshalle der Männer, die für Israels Ehre stritten und kämpften, wird sein Name stets glänzen und strahlen! ihm zum Ruhme, kommenden Geschlechtern zum Segen. In würdige Brö er in st warS, unbesch Hand hielt Tolstoi ein Mäer. Bon Rabbiner Dr. Max Be ermann-Insterburg. einem Saale der Berliner Sezession habe ich vor Jahren eine merke nzefigur gesehen. Es war die Darstellung des ersten-Menschen, wie der Schönheit aus des Schöpfers Hand heroorgegangen. Ein Jüngling reiblicher Liebreiz lag über der ganzen Gestalt ausgebreitet. In sein« er ein winziges Blümlein, mit seinen schlanken Fingern öffnet er vor-

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