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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-07-01 · Heft 7 (1.7.1904) · p. Seite 149

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 7 (1.7.1904)
Date
1904-07-01
Page
Seite 149 (sequence 7)
Language
German
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und Effendis katholisch zu erziehen. Religiöse Duldsamkeit dem Islam gegenüber» 3 großer Reichtum und eine offene Hand, wenn es gilt, Land und zweifelhafte Rechtes zu erkaufen, sind die Zaubermittel, mit der die französischen Missionare arbeitet? f und Macht und Einfluß gewinnen. Im Verkehr mit der christlichen Bevölkerung legt sich die Geistlichkeit weniger Znrückhaltun j auf. Ihr Einfluß ist dort ebenso mächtig wie bei uns. Mit Hilfe der Fraus^Mrschen die „Brüder" mit unumschränkter Macht in den Familien, alle politischen Fäden haben sie in der Hand, und gar mancher Sieg wird dort iq der Stille errungen, von de»« »vir uns hier nichts träumen lassen, trotzdem wir eigentlich gewitzigt sein sollten! Die katholischen Missionen verfolgen in Syrien ausschließlich politische Zwecke, Handelsinteressen scheiiren ihnen dort weniger wichtig und da die arabische Bevölkerung der Mehrzahl nach ihrer Kirche angehört, so ifl ihnen das Bekehren — Nebenberuf, der nur dann mit Eifer betrieben wird, weun es gilt, andirn christlichen Konfessionen eine Seele zu entreißen. 4 Die Russen sind reich, verivenden große Summen für ihre Missionen und der«,.'.j fügen über ein geschultes Lehrerpersonal, die Geistlichkeit steht jedoch auf einer sehr D niedrigen Stufe der Bildung. In Jerusalein haben sie große, schöne Gebäude, die s vereint das Russenviertel bilden. Kirche und Aussichtsturm auf dem Ölberg tragen . in ihrer Protzigkeit nicht zur Verschönerung bei und sind für die Protestanten letzend in ihrer Aufdringlichkeit. In Jerusalem arbeiten die Missionen öffentliche^ sie feiern niit großem Prunk ihre Feste und einpfangen alljährlich die Pilger, ■■ Außerhalb der heiligen Stadt hört und sieht »ran wenig von ihnen. — Sie orbeiten in der Stille und unterininieren, Maulioürfen gleich, das Land. In ihren Schulen wird nur russisch gelehrt und gesprochen, selbst das Dienstpersonal muß die russische Sprache erlernen. Franzosen und Russen kämpfen in Syrien um die Herrschaft — Der Kampf ist ein heißer und wird in der Stille geführt, - Außer den genannten Missionsgesellschaften tauchen von Zeit zu Zeit MissionS» amateure aujf, die auf eigene Faust das Bekehrungswerk unternehmen. So landete in Caifa ein Mann mit Frau und Kindern und sehr wenig Geld,, von Däne, von Beruf ein Zuckerbäcker. Plötzlich war der Drang über ihn eines Tages Geburt ein gekommen, Muselmänner und Juden zu retten. Er kanr nach Caifa, uin die Sprache zu erlernen predigen. — Berlin aus — Jetzt soll er in Safed bei den Juden sein. — Ein Ehepaar — er ein Schweizer, sie eine Engländerin, kamen auch, den Arnren das Evangelium zu Sie waren gänzlich unbemittelt und »vurden und werden noch vo« unterstützt. Ältere reiche Damen verfielen aus den tollen Einfall, ihr'' Geld nutzlos zu vergeuden, anstatt im eigenen Lande Hungrige zu speisen. In Syrien scheinen mir Missionen nicht nur zwecklos, sondern nachteilig zu sein. Die verschiedenen Glaubensbekenntnisse verwirren die Menschen und die religiösen Streitigkeiten, die gar oft in Kirchen in blutige Fehden ausarten, t&mni weder in den Türken, noch in den Judeir das Verlangen wecken, sich zum Christen^

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