Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1904)
- Date
- 1904-07-01
- Page
- Seite 147 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Chefarzt scheinljch auS Die ziveite Belehrung, die recht tragisch endete, trug sich in TiberiaS zu. der schottischen Mission hatte einen Juden operiert, der sich, «MW Dankbarkeit, im Spital jausen ließ Die Hitze ist in TiberiNs während einiger Sommermonate so groß, daß der Aufenthalt für Europäer unmöglich ist, sie daher ^nach dem hochgelegenen Safed flüchten, wo die Mission ti*. kleines Spitol errichtet hat. Das Spital in Tiberias bleibt jedoch geöffnet; syrische Pfleg, rinnen und ein Heilgehilfe versorgen die Kranken, und da Saftb in einigen Stunden zu erreichen ist, so kann im Notfall der Arzt geholt »ratat... Der Jude ging seinem Ende entgegen, und als der Arzt und der Geistliche Tiberstes verlassen hatten, ließ er den Rabbiner und die Ältesten der jüdischen GemestW kommen, tat iBuße und unterwarf sich allen Strafen, die das jüdische Gesetz äh« Abtrünnige verhängt. Alle Versuche, die der schnell herbeigeeilte Geistliche «nachts ihn dem Christentume zu erhalten, waren fruchtlos — er starb als reuiger Jude -*• 1 versöhnt mit seinem Gott! — . Die dritte Judenbekehrunq spielte in Jerusalem — leider in unserer Mission. Ein Jude ha rte Frau und Kinder verlassen, um in Alexandrien sein Glück zu «*»•* suchen. Die Mutter konnte ihre drei Töchter im Alter von 6—10 Jahreu uiitzt ernähren, sie brachte die Kinder der Mission und willigte in die Taufe. — Docks- Jahr darauf streikten die Juden in Jerusalem, sie lieferten kein Fleisch ffa't-j jüdische Spitul, belagerten die Schule und forderten die Auslieferung der jüdischst^ Kinder. Datr englische Konsulat führte Klage bei der türkischen Regiemng nütz WZ suchte sie, bie Angelegenheit zugunsten der Mission zu regeln. Der Bescheids lautete: die hohe Pforte könne sich in religiöse Streitigkeiten nicht einmisiheu» dg das Recht jedoch auf seiten der Juden sei, — so ist es ratsam, die Kinder der jüdischen Gemeinde auszuliefern. Ein jüdischer Knabe besuchte eine Missionsschule und ließ sich ohne Wi der Eltern tmfen. Die Sache wurde ruchbar, Eltern und Gemeinde verstie das Kind. Die Mission sorgte für ihn; doch die Trennung von den Eltern, inneren Zwiespalt konnte das Kindergemüt nicht bewältigen. Einige Monate er die Qual, dann machte er seinem Leben ein Ende! Die eifrigsten Judenbekehrer der Engländer sind zwei „converted deutschen Ursprungs. Der eine ist Geistlicher in Damaskus, der andere in beide mit Christinnen, Engländerinnen, verheiratet. Sie genießen das volle trauen der Juden, ihre Schulen sind sehr gut besucht und in allen weltliche» gelegenheiten wird ihr Rat gesucht. Der Jude weiß, daß Wissen Macht und benutzt jede Gelegenheit, seine Kenntnisse zu bereichern. Der Jude in kennt das Neue Testament sehr genau und sowohl Lehrer als Rabbiner liebe« mit Christen religiös? Gespräche zu führen, sie sind redegewandt und wissen zu entschlüpfen, wenn in die Enge getrieben. Es ist ungemein interessant, tieferen! Einblick in das Geistesleben der Israeliten zu tun — interessant und Mt üttüttaai iÜMÜk