Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1904)
- Date
- 1904-06-01
- Page
- Seite 132 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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WWMWWMWMWWMMPM U .,"JJ,i|ipji WWWWWffMW TV>- WWWW WWW 132 — Studenten Sally Löwen! eld, dem Sohne eines jüdischen Trödlers aus Mannheim, sympathisch. Götz Kraff: der mit Löwenfeld befreundet wurde und ein offenes Auge für die Mißhandlung der Juden durch die Gesellschaft hatte, tritt in ein deutsches Korps ein und zieht sich in Folge dessen etwas von dem Juden zurück, um sich ihm bald wieder desto herzlicher ünzuschließen, als ihn die Hohlheit, die in der Verbindung herrschte, anwiderte, und er zur Erkenninis gelangte, daß die ganze Bande ihn, nicht aufwiege. Dieses herzliche, durch Un dem Löwenfeld von Götz Krafft angebotenes „Du", von neuem befestigte und besiegelte Freundschaftsbündnis zerstört Graf Schlippenstaedt, ein Typus geistiger Beschränktheit, der, als er in einem Restaurant beide zusammen antrifft, sich über Kraffts jüdische Begleitung mit den Worten „Haben da nette Gesellschaft" abfällig aussprach und auf eine scharfe Erwiederung Löwenfelds, die für denselben verhängnisvoll werdende Worte Sie gefälligst auf, Sie hinwjrft: „Wenn Sie yiit nur reden wollen, dann stehen rmer Judenlümmöl!"j ®n war es geschehe». Ein kleiner! roter Tropfen Blutes Ackerte langsam aus der Wunde au der Wange des Grafen hinunter, die Löwenfelds Ring bei dem wuchtigeif Schlage gerissen, den seine Hand als einzige Antwort auf diese unerhörte und joont Zaun gebrochene Beleidigung gegen Schlippenstädts .Gesicht geführt hatte." Corps getreten, dem Fre Schlaffheit überfällt Götz Es kommt zum; Duell obgleich Krafft, der aus dein ende zur Flucht rät, der dabei feint it Tod findet. Tätliche , da der Freund, sein zweites Selb t, ihm so grausam entriffen wurde. Rastlos» planlos verbringt er Stunden und Tage. Immerwährend aber trägt er das Bild des geliebten Toten! im Herzen und zu seinem Grabe flüchtet er, um die Seelenharmonie wiederzufinden. Götz Krafft, ein durch keinerlei Vorurteile und Schranken getrennter Freund und treuer G »rosse des unglücklichen Löwenfeld kann in unseren von Vorurteile» erfüllten und durch Haß zerklüfteten Zeit durch sein reines, acht humanes Empfinde» nur als Lauster hingestellt werden, dem unsere Jugend »cchstrebe» soll und sind uns Götz Krafft und Löwenfeld ebenso wert wie Lessing- Mendelsohn, deren! Geist uns rnittveht, wenn wir uns in das Buch vertiefen. So hat Löwenfeld nicht umsonst sein Leben ausgehaucht aus dem Felde der Eure. Aus dem kleinen der jüdischen Gemeinde gehörenden Teile des Friedhofes von La Sallaz, da liegt der Man» begraben, der, im Heilgen Zorne eine in ihm seiner ganzen Glaubensgemeinschaft angetane Schmach sühnend, sein junges Leben mutig in die Schanze! geschlagen hat. Mit Immergrün und rankendem Epheu hatte wie Liebe der im fernen Mannheim weilenden Eltern das Grab des toten Lieblings schmücken und auf einer schlichten Marmortafel die goldene Inschrift eingravieren lassen: „Hier ruht, in Frieden unsir einziges Kind Sally f Löwenseld, geboren in Mannheim am 23. Febr. 1865, erschossen in Saint Gingolphe am 10. Juni 1888. Psalmdichter Davids: Die tiefgebeugten Eltern." Und darunter die Worte des ,Unser Leben ist kurz wie ein Gras im Felde, das da frühe blühet und bald welk wird und des abends abgehauen wird und verdorret." Und