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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-06-01 · Heft 6 (1.6.1904) · p. Seite 131

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 6 (1.6.1904)
Date
1904-06-01
Page
Seite 131 (sequence 13)
Language
German
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zeihen Sie es i!nir, daß ich dem Moritz Veranlassung gab, mich zu schlagen. Seine Schläge haben mich nicht geschmerzt; denn der Moritz hat Recht, und auch eine tüchtige Faust hat er. Und mit dieser Faust wird er den Inden verteidigen, warm' der Jude Rechi: haben wird." In diesnn Augenblick bin ich Philosemit geworden. Wir fügen dieser Ausführung folgende Stelle aus einem erst jüngst veröffentlichten Briefe Iokais an Tibor Wlassies an, die davon Zeugnis gibt, daß derselbe, der in seinem hohen Alter eine Jüdin, Bella Groß, heiratete, die dem Glauben ihrer Vater treu blieb, dieser seiner philosemitischen Gesinnung anhing bis an sein Lebensende: Ich spreche offen und klar: Ich finde, daß die Einbürgerung des Antisemitismns zum Verderben unserer Religion führt. Der Antisemitismus widerspricht der christlichen Lehre der Nächstenliebe, er steht im Gegensätze zur Vaterlandsliebe, die uns verbietet, eine Gemeinschaft, die Millionen Seelen zählt, die Verstand, Kenntnisse, Fähigkeiten besitzt, die ein m ä ch t i g e r F a k t o r unseresHandels u n d G e w e r b e s ist", von uns ans unbegründetem Stammes« oder Glaubenshaß zu verstoßen. . . . Während des Freiheitskampfes waren katholische Jünglinge, Protestanten und Inden bemr Lagerfeuer vereinigt. Gott war mit ihnen. Auch in Zukunft wird Gott nur so mit ihnen sein. Höh Krafft. Unter diesem Titel ist die Geschichte einer Jugend von Edward Siilgebauer (1. Ausl. Mit tausend Masten. Berlin Berlag R. Bong) erschienen, die sich rasch einen ) großen Leserkreis errungen. In diesem ersten Teile einer Romanserie finden wir mit warinein Empfinden und lichtem Blicke den Entwicklungsgang eines Frankfurter) jmigeii Mannes von ihm selbst geschildert, der schon im ersten in Lausanne verlebte» Semester ) in das gefährliche Getriebe der Klassen- und Rassenkänipfe hineingerate». Was uns das Buch besonders wertvoll macht, ist die echt humane Gesinnung, die durchweg in dcinselbkii znm Ausdrucke gelangt und die der deutsche» Jugend in den letzten Jahre« s abhanden gekoiumen ist. Daraus ist es auch zu erklären, daß Götz Grafit den Juden eine andere gerechte Beurteilung zu Teil werden läßt als viele Schriftstellers welche deren hervorragende Anteilnahme an der modernen Kultur entweder einfaä totschweigen o»er was noch viel schlimmer ist, ungehörig entstellen. Der Verfasser,): der unter manchen Geistcskämpfen sich zur Höhe einer geläuterten Weltanschauung' emporgerungen, wird uns besoiidcrs^mrch sein Freundschaftsverhältnis zu b*fly

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